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Staufer

schwäbisches Adelsgeschlecht

Die Anfänge

ie Staufer sollen von den Grafen des Riesgaus abstammen, die Sigihard und Friedrich hießen und 987 in einer Urkunde des späteren Kaisers Otto III. erwähnt wurden. Der erste namentlich bekannte Staufer trug den Leitnamen Friedrich. Sein gleichnamiger Sohn erscheint für die Mitte des 11. Jahrhunderts als Pfalzgraf in Schwaben von 1053 bis 1069. Dessen Sohn Friedrich von Büren hatte die Burg Büren als Herrschaftssitz. Der Landbesitz war zu dieser Zeit eher gering. Er beschränkte sich vermutlich auf Gebiete um Büren und Lorch sowie bei Hagenau und um Schlettstadt mit der Reichsburg Hohkönigsburg im Elsass.

Das erste exakt nachweisbare Datum der Familiengeschichte ist das Jahr 1079. Der Salier Heinrich IV. belehnte den Staufer Friedrich I. mit dem Herzogtum Schwaben und gab ihm seine Tochter Agnes von Waiblingen zur Ehefrau. Friedrich I. errichtete die Burg Hohenstaufen und stiftete um 1102 das Kloster Lorch als Hauskloster. Er und seine Söhne Friedrich II. und Konrad III. mehrten das Eigengut. Die Staufer wurden wichtige Verbündete des salischen Kaiserhauses im Südwesten des Reiches. Den Namen Staufer stellten die Herrscher der Dynastie kaum heraus. Entscheidender war die mütterliche Verwandtschaft mit den Salierkaisern.

Der Aufstieg zum Königtum

1125 starb Kaiser Heinrich V., damit endete das salische Königshaus. Seine Neffen Friedrich und Konrad, die Söhne seiner Schwester Agnes, erhoben Anspruch auf die Königswürde. Friedrich stellte sich zur Wahl und unterlag Lothar III. Kurz darauf kam es zu Kämpfen um ehemaliges salisches Hausgut. 1127 ließ sich Konrad, der seit 1116 auch den Titel eines Herzogs von Franken führte, von schwäbischen und fränkischen Adligen zum Gegenkönig ausrufen. 1135 musste er sich Lothar unterwerfen.

Konrad III.

Nach Lothars Tod 1137 wurde 1138 mit Konrad III. erstmals ein Staufer zum römisch-deutschen König gewählt. Er setzte sich gegen den Welfen Heinrich den Stolzen durch, den designierten Nachfolger des verstorbenen Kaisers. Konrad verlangte den Verzicht auf eines der beiden Herzogtümer Bayern oder Sachsen. Nach Heinrichs Weigerung wurde dieser auf einem Hoftag in Würzburg geächtet und beider Herzogtümer entsetzt. Bayern erhielt der Babenberger Leopold IV. von Österreich, Sachsen der Askanier Albrecht der Bär. Heinrich der Stolze hielt seine Machtposition in Sachsen bis zu seinem Tod 1139. 1142 erkannte Konrad Heinrich den Löwen als Herzog von Sachsen an.

Der Konflikt mit den Welfen überschattete Konrads Regierungszeit und verhinderte einen frühen Italienzug zur Kaiserkrönung. Konrad erreichte ein Bündnis mit dem Byzantinischen Reich, indem er Bertha von Sulzbach mit Kaiser Manuel I. Komnenos vermählte. Erfolg hatte das Bündnis nicht. Die Kaiserkrönung verhinderte auch der ergebnislose Zweite Kreuzzug von 1147 bis 1149, dem sich Konrad auf Drängen Bernhards von Clairvaux anschloss. Obwohl nie gekrönt, trug Konrad den Kaisertitel. Sein ältester Sohn Heinrich wurde zum König gewählt, starb aber 1150 als 13-Jähriger. Der zweite Sohn Friedrich war 1152 erst sechs Jahre alt. Deshalb soll Konrad seinen Neffen, den späteren Kaiser Friedrich Barbarossa, zum Nachfolger bestimmt haben.

Friedrich I. Barbarossa

1152 wurde Friedrich I., genannt Barbarossa, gewählt. Man traute ihm den Ausgleich zwischen Welfen und Staufern zu. 1156 kam es zur Einigung mit Heinrich dem Löwen, der Herzog von Sachsen und Bayern war. Österreich wurde als eigenständiges Herzogtum unter den Babenbergern abgetrennt. Den Welfen wurde im Norden eine faktisch eigenständige Interessenssphäre zugewiesen. Als der Welfe die Italienpolitik seines Vetters nicht mehr ohne Gegenleistung stützen wollte, kam es zum Bruch und 1180 zur Absetzung. Nutznießer waren die Fürsten, die sich den zerschlagenen Herrschaftskomplex aneigneten.

Auf seinem ersten Italienzug 1154/55 begann Barbarossa eine große Restaurationspolitik, mit der er den Städten frühere kaiserliche Rechte wieder entziehen wollte. Der Konflikt mit dem Papst trat immer deutlicher hervor. Im alexandrinischen Papstschisma stellte sich der Kaiser gegen Alexander III., der bei den oberitalienischen Städten Unterstützung fand. Diese schlossen sich 1167 zum Lombardenbund zusammen. Barbarossa ließ mehrere Gegenpäpste erheben, konnte seine Ziele militärisch aber nicht durchsetzen. 1177 erkannte er im Frieden von Venedig Alexander III. an und schloss kurz darauf Frieden mit den lombardischen Städten. Er arrangierte die Heirat seines zweitältesten Sohnes Heinrich mit Konstanze von Sizilien, der Tochter Rogers II.

In der Hausmachtpolitik hatte Barbarossa Erfolg. 1156 wurde die Pfalzgrafschaft bei Rhein unter seinem Halbbruder Konrad staufisch, bis 1195. Im Elsass und in Schwaben, wo seit 1167 nominell sein ältester Sohn Friedrich V. regierte, wurde das Hausgut zentralisiert verwaltet. Barbarossa erwarb das welfische Hausgut in Schwaben käuflich von Welf VI. Nach 1167, dem Jahr der Malariakatastrophe vor Rom, gewann er Güter ihm verpflichteter Grafenhäuser und baute daraus ein relativ geschlossenes Verwaltungsgebiet in Schwaben auf. Friedrich Barbarossa starb 1190 auf dem Dritten Kreuzzug in Kleinasien.

Heinrich VI.

Sein Sohn und Nachfolger Heinrich VI. verfolgte die Vereinigung des Imperiums mit dem süditalienischen Normannenreich. 1194 erreichte er dies. Das staufische Imperium erstreckte sich damit von der Nord- und Ostsee bis nach Sizilien. Durch die Gefangennahme von Richard Löwenherz erreichte er eine Lehnsabhängigkeit Englands, die Lösegeldzahlungen finanzierten den Sizilien-Feldzug um 1194. Sein Erbreichsplan scheiterte. Wegen seines zum Teil grausamen Vorgehens in Italien wird Heinrich VI. teils äußerst negativ geschildert. Er hatte nur einen männlichen Nachkommen.

Philipp von Schwaben

Nach Heinrichs Tod 1197 begann ein Thronstreit zwischen Philipp von Schwaben und dem Welfen Otto IV. von Braunschweig. Am 27. Juli 1206 unterlag Otto in der Schlacht bei Wassenberg. Nach Verhandlungen mit Papst Innozenz III. bot Philipp dem Besiegten seine Tochter Beatrix zur Vermählung an, die Kaiserkrönung war vereinbart. Am 21. Juni 1208 wurde Philipp in Bamberg vom bayrischen Pfalzgrafen Otto VIII. von Wittelsbach erstochen. Die Umstände sind ungeklärt und werden als Privatrache oder als Staatsstreich diskutiert. Innozenz III. rief zur Wahl eines neuen Königs auf. 1211 wählte ein Kreis stauferfreundlicher Reichsfürsten Philipps Neffen Friedrich II.

Friedrich II.

Friedrich II., von Zeitgenossen stupor mundi genannt, gilt als einer der bedeutendsten Kaiser des Mittelalters. Er war hochgebildet und zeigte Interesse am Islam, verfolgte christliche Häretiker jedoch mit aller Schärfe. 1212 zog er nach Deutschland, der staufische Südwesten fiel ihm schnell zu. Die Entscheidung fiel in der Schlacht bei Bouvines, wo Otto dem mit Friedrich verbündeten französischen König Philipp II. unterlag. Am 22. November 1220 wurde Friedrich zum Kaiser gekrönt. Deutschland überließ er seinem Sohn Heinrich (VII.) und wandte sich Sizilien zu, wo er die Verwaltung zentralisierte und die erste Staatsuniversität gründete.

Papst Gregor IX. bannte Friedrich, weil er nicht sofort zum Kreuzzug aufbrach. 1228 reiste er dennoch ins Heilige Land, erreichte nur durch Diplomatie einen Waffenstillstand und setzte sich in Jerusalem die Krone auf. 1230 schloss er Frieden mit dem Papst. 1232 musste er die Rechte der Landesfürsten anerkennen. 1235 setzte er Heinrich (VII.) ab und ließ 1237 Konrad IV. zum König wählen. Die lombardischen Städte schlug er 1237 bei Cortenuova, wurde aber erneut gebannt. Papst Innozenz IV. entzog Friedrich 1245 die Kaiserwürde, was in Deutschland zur Wahl einiger Gegenkönige führte. Friedrich starb überraschend am 13. Dezember 1250 als Gebannter. Einen Gegenpapst erhob er nie.

Die letzten Staufer

Nach 1250 brach die staufische Herrschaft zusammen, zuerst nördlich der Alpen, wenig später in Italien. Konrad IV. zog 1251 nach Italien und starb dort 1254. Sein Halbbruder Manfred hielt das Königtum in Sizilien gegen die Truppen Karls von Anjou, bis er 1266 in der Schlacht bei Benevent fiel. Konradin, Sohn Konrads IV. und letzter Staufer in direkter Linie, unterlag am 23. August 1268 bei Tagliacozzo und wurde am 29. Oktober 1268 im Alter von 16 Jahren in Neapel öffentlich hingerichtet. Mit der Absetzung Friedrichs II. begann nördlich der Alpen das Interregnum. Danach etablierten sich die Habsburger mit Rudolf von Habsburg als neue Königsdynastie.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel StauferVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269377331redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Petrus von Ebolientstanden 1101–1200Public domainQuelle