Wien
Bundeshauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt der Republik Österreich
Aufstieg unter den Habsburgern
it dem Sieg Rudolfs I. im Jahr 1278 über Ottokar II. von Böhmen begann die Herrschaft der Habsburger in Österreich, eine Herrschaft, die die Geschichte Wiens für Jahrhunderte prägen sollte. Unter den Luxemburgern wurde jedoch nicht Wien, sondern Prag zur kaiserlichen Residenzstadt, und Wien stand lange in deren Schatten. Um dennoch mit der böhmischen Hauptstadt Schritt zu halten, versuchten die frühen Habsburger, ihre Stadt auszubauen und ihr Gewicht zu verleihen.
Zwischen den Fronten der Türkenkriege
Im Jahr 1529 wurde Wien zum ersten Mal von den Truppen des Osmanischen Reiches belagert, die Belagerung blieb jedoch erfolglos. In der Folge verlief die Grenze zwischen dem habsburgischen und dem osmanischen Teil Ungarns fast zweihundert Jahre lang nur etwa 150 Kilometer östlich der Stadt. Diese Nähe zur Front schränkte die Entwicklung Wiens über einen langen Zeitraum erheblich ein.
Barocke Blütezeit
Nach dem Ende dieser Bedrohung setzte in Wien eine rege Bautätigkeit ein, und die Stadt blühte in einer Weise auf, wie sie es vorher nicht gekannt hatte. Im Zuge dieses Wiederaufbaus wurde die Stadt weitgehend im Stil des Barock umgestaltet, eine Entwicklung, die unter dem Namen Vienna gloriosa bekannt wurde.
Hauptstadt eines neuen Kaisertums
1804 wurde Wien zur Hauptstadt eines neuen Staates, des Kaisertums Österreich. In den folgenden Koalitionskriegen wurde die Stadt zweimal, 1805 und 1809, von den Truppen Napoleons eingenommen. Im Jahr 1806 wurde schließlich in Wien das Erlöschen des Heiligen Römischen Reiches verkündet, ein Ereignis, das den endgültigen Bruch mit der jahrhundertealten Ordnung markierte.