Hans Burgkmair der Ältere
deutscher Maler, Zeichner und Holzschneider (1473–1531)
urgkmair wuchs als Sohn des Malers Thoman Burgkmair und dessen Frau Anna in der Malerei auf und lernte die Technik in der Werkstatt seines Vaters. Seine Lehrzeit führte ihn 1488 bis 1490 nach Colmar zu Martin Schongauer, der ihn nachhaltig prägte. Ab 1491 arbeitete er lange für den Augsburger Drucker Erhard Ratdolt als Reißer für den Holzschnitt. 1498 wurde er Meister der Augsburger Malerzunft und heiratete Anna Allerlay. Auf dem Augsburger Reichstag von 1500 knüpfte er erste Kontakte zu König und späterem Kaiser Maximilian I., der ihm 1516 ein Wappen verlieh. Zwischen 1501 und 1504 malte er drei Basilikenbilder für das Augsburger Dominikanerinnenkloster St. Katharina. 1505 gestaltete er ein Triptychon für Friedrich den Weisen, vermutlich für die Wittenberger Schlosskirche. Ab 1508 widmete er sich vor allem graphischen Arbeiten für Kaiser Maximilian I., vermittelt durch Konrad Peutinger, und beteiligte sich 1512 bis 1518 an großen kaiserlichen Holzschnittserien.
Burgkmair gilt als Wegbereiter der Renaissance in Augsburg, sowohl als Maler wie als Zeichner für den Holzschnitt. Kaiser und Kirche waren zu seinen Lebzeiten seine wichtigsten Auftraggeber. Angeregt von der italienischen Kunst verarbeitete er besonders in seinen Holzschnitten Formen der Renaissance und verband sie mit der Tradition der Spätgotik. Seine späteren Gemälde zeigen die warme Farbpalette der venezianischen Malerei, weshalb über Reisen nach Oberitalien spekuliert wird, wobei ein Aufenthalt 1507 in Venedig als ziemlich sicher gilt. Mit dem Johannesaltar von 1518 und dem Kreuzigungsaltar von 1519 entstanden seine Hauptwerke der Altarmalerei. Im Spätwerk, etwa der Esther vor Ahasver von 1528 oder der Schlacht bei Cannae von 1529 für Herzog Wilhelm IV., erreichte er nochmals die Qualität seiner früheren Schaffensperiode. Von rund 100 Herrscherporträts für ein geplantes Kaiserbuch sind nur 23 Holzschnitte erhalten.
Zu den erhaltenen Werken zählen frühe Bildnisse wie das des Johann Geiler von Kaysersberg und des Bischofs Friedrich II. von Zollern aus dem Jahr 1490 sowie das Hochzeitsbild Jakob Fuggers und der Sibylla Artzt von 1498. Zwischen 1501 und 1504 entstanden die Basilikenbilder für Augsburg, dazu Werke wie Christus am Ölberg von 1505 und die Krönung Mariä von 1507. Ab 1509 schuf er Holzschnittwerke für Kaiser Maximilian I., darunter Genealogie, Weißkunig, Theuerdank und Triumphzug, wobei im Weißkunig 137 Blätter des Meisters nachgewiesen sind. Zu den bekanntesten Einzelblättern gehört der Clairobscur-Holzschnitt Der Tod als Würger von 1510. Der Johannesaltar von 1518 und der Kreuzigungsaltar von 1519 befinden sich heute in München, ebenso spätere Werke wie die Geschichte der Esther von 1528 und die Niederlage der Römer bei Cannae von 1529.