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Heinrich II. (Bayern)

Herzog von Bayern (951-995)

einrich war der Sohn Herzog Heinrichs I. von Bayern und dessen Frau Judith und damit Neffe Kaiser Ottos I. Als Vierjähriger folgte er seinem Vater als Herzog, unter Vormundschaft seiner Mutter. Seine ältere Schwester Hadwig wurde 954 mit Burchard III., Herzog von Schwaben, vermählt. Heinrich selbst heiratete 972 Gisela von Burgund, eine Nichte der Kaiserin Adelheid. Dadurch bestanden enge Verbindungen zu den Herrscherfamilien im Süden des Reiches. Bayern, Schwaben und das Königreich Burgund bildeten eine Machtkonzentration, der sich Kaiser Otto II. entgegenzusetzen hatte.

Heinrich wurde 955 als Kind Herzog, zunächst unter Vormundschaft seiner Mutter und Bischof Abrahams von Freising. 973 schenkte Otto II. ihm in Worms das Reichsgut Babenberg. Im selben Jahr starben Otto I. und Burchard III., wodurch das Herzogtum Schwaben ohne legitimen Nachfolger blieb. Heinrich erhob als Schwager Burchards Anspruch darauf, übergangen von Otto II., der seinen Neffen Otto einsetzte. Der Konflikt eskalierte 976 bis 977 zum Bürgerkrieg. Heinrich verlor 978 dauerhaft das Herzogtum Bayern, während seine Schwester Hadwig bis 994 vom Hohentwiel aus weiterregierte. Er fand Anhänger in Bayern, Sachsen sowie bei Herzog Boleslaw II. von Böhmen und Mieszko von Polen. 974 wurde er in Ingelheim festgesetzt, entkam aber 976; Regensburg musste im Herbst zurückerobert werden. Otto II. trennte daraufhin Kärnten ab und übertrug die Ostmark an Luitpold. Heinrich wurde abgesetzt, mit dem Kirchenbann belegt und nach erneuter Niederlage 978 Bischof Folkmar von Utrecht zur Bewachung übergeben.

Nach der Krönung des unmündigen Otto III. 983 in Aachen wurde Heinrich aus der Haft entlassen und versuchte 984, sich der Vormundschaft über den jungen König gegenüber der Kaiserinwitwe Theophanu zu bemächtigen. Er fand zahlreiche Anhänger, darunter Bischöfe und die Herzöge von Böhmen und Polen, und ließ sich in Magdeburg und Quedlinburg als König ausrufen. Erzbischof Willigis rief daraufhin Theophanu und Adelheid nach Deutschland, worauf Heinrichs Anhängerschaft schwand. Auf dem Hoftag in Rara übergab er Otto III. an Theophanu und unterwarf sich 985 in Frankfurt dem jungen König. Dafür wurde er mit dem Herzogtum Bayern belehnt, erwarb 989 Kärnten zurück und widmete sich fortan dem inneren Ausbau seiner Territorien. Er starb 995 in Gandersheim und wurde in der dortigen Stiftskirche beigesetzt; sein Anspruch auf Teilhabe an der Reichsgewalt wurde schließlich anerkannt.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Heinrich II. (Bayern)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 270353615redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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