Otto II. (HRR)
römisch-deutscher Kaiser (973–983)
tto II. war der Sohn Otto des Großen und Adelheids von Burgund. Halbbrüder und Gelehrte gaben ihm eine literarisch-geistige Bildung, Markgraf Hodo unterwies ihn im Kriegshandwerk. Schon als Sechsjähriger wurde er im Mai 961 auf dem Hoftag zu Worms zum Mitkönig gewählt und in Aachen gekrönt, was gegen das übliche Gewohnheitsrecht des sächsischen Hauses verstieß. In Aachen huldigten ihm die Lothringer, und die Erzbischöfe Brun von Köln, Wilhelm von Mainz und Heinrich von Trier salbten ihn zum König. Brun und Wilhelm wurden als Stellvertreter im Reich eingesetzt. Nach der Rückkehr seines Vaters aus Italien Anfang 965 wurde am 2. Februar 965 in Worms der Jahrestag der Kaiserkrönung als Zeichen dynastischer Kontinuität gefeiert.
Im Westen des Reiches kämpften die Brüder Reginar IV. und Lambert aus der Familie der Reginare um ihr väterliches Erbe, das ihrem Vater Reginar III. 958 entzogen worden war. Otto II. hielt an der bestehenden Verteilung von Ämtern und Lehen fest, was die beiden Brüder enttäuschte; sie kehrten im Herbst 973 gewaltsam zurück und wiederholten den Versuch 976 mit Unterstützung des westfränkischen Königs Lothar. Auf einem Hoftag in Diedenhofen 977 erhielten Reginar und Lambert ihren Familienbesitz zurück, der Karolinger Karl wurde mit Niederlothringen belehnt. 978 fiel Lothar überraschend in Niederlothringen ein, sodass sich das Kaiserpaar durch Flucht nach Köln retten musste. Lothar begnügte sich mit einer symbolischen Geste und sicherte sich keine Machtpositionen. Bei der Reichsversammlung in Dortmund im Juli ließ Otto daraufhin einen Feldzug gegen das Westfrankenreich beschließen.
Anlass für den Feldzug nach Süditalien waren Angriffe der Sarazenen unter Emir Abu al-Qasim, deren Gefahr sich nach dem Tod des Pandulf Eisenkopf verstärkt hatte. Für den sorgfältig vorbereiteten Zug wurden 2100 Panzerreiter aufgeboten, größtenteils von geistlichen Institutionen gestellt. Otto nahm Salerno ein und feierte dort Weihnachten. Während der Belagerung Tarents nahm er im März 982 den Titel Kaiser der Römer an, der später für alle westlichen Kaiser üblich wurde. In Tarent feierte er Ostern, ließ seine Gemahlin in Rossano zurück und stellte sich den Truppen des Emirs. Am 15. Juli 982 kam es zur Schlacht am Kap Colonna: zunächst siegreich, wurde das ottonische Heer durch überraschend eingreifende sarazenische Reserven fast vollständig vernichtet, der Kaiser geriet in Lebensgefahr und rettete sich nur durch Flucht und Schwimmen ans Ufer.
983 erhoben sich die slawischen Stämme östlich der Elbe. Der Abodritenfürst Mistui vernichtete das Bistum Oldenburg und zerstörte Hamburg, am 29. Juni wurde Havelberg überfallen, drei Tage später Brandenburg, beide Bischofssitze wurden zerstört. Thietmar von Merseburg nennt das überhebliche Auftreten des Markgrafen Dietrich sowie die Aufhebung des Bistums Merseburg als Ursachen. Ein sächsisches Heer unter Erzbischof Giselher von Magdeburg und Bischof Hildeward von Halberstadt konnte in der Schlacht an der Tanger den Vorstoß auf Magdeburg abwehren. Die Folgen blieben schwer: erst im 12. Jahrhundert konnten die Bistümer wieder besetzt werden, die Erfolge der Missionspolitik waren zunichtegemacht und das Gebiet der Slawen blieb für ein Jahrhundert der Christianisierung verschlossen.