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Otto III. (HRR)

Römisch-deutscher König und Kaiser

Unsichere Anfänge

ie Eltern Ottos III. waren Kaiser Otto II. und dessen byzantinische Frau Theophanu. Er wurde 980 auf der Reise von Aachen nach Nimwegen im Ketilwald geboren und hatte drei ältere Schwestern, Adelheid, Sophia und Mathilde. Im Juli 982 wurde das Heer seines Vaters in der Schlacht am Kap Colonna von Sarazenen vernichtend geschlagen. Zu Pfingsten 983 beschloss ein Hoftag zu Verona die Königswahl Ottos III. Es war die einzige auf italischem Boden vollzogene Königswahl. Am Weihnachtsfest 983 krönten ihn in Aachen die Erzbischöfe Willigis von Mainz und Johannes von Ravenna; sein Vater war bereits seit drei Wochen tot. Östlich der Elbe machte 983 ein Slawenaufstand die Erfolge christlicher Missionspolitik zunichte.

Kampf um die Nachfolge

Nächster männlicher Verwandter war Heinrich der Zänker aus der bayerischen Linie, der in Utrecht in Haft saß und nach Ottos II. Tod freigelassen wurde. Erzbischof Warin von Köln übergab ihm nach Verwandtschaftsrecht den gekrönten König. Heinrich strebte nach der Königsherrschaft. In Magdeburg warb er um Unterstützung, jedoch mit wenig Erfolg, feierte in Quedlinburg das Osterfest und erhielt von vielen eidliche Zusagen. Zu seinen Unterstützern gehörten Mieszko I. von Polen, Boleslaw II. von Böhmen und der Slawenfürst Mistui. Seine Gegner schlossen sich auf der Asselburg zu einer Schwureinung zusammen. In Franken waren die Großen unter Erzbischof Willigis und Herzog Konrad nicht bereit, Ottos Thronfolge infrage zu stellen. Am 29. Juni 984 übergab Heinrich das Kind in Rohr dessen Mutter und Großmutter.

Regentschaft der Kaiserinnen

Von 985 bis zu ihrem Tod übte Theophanu die Regierungsgeschäfte aus; diese lange Phase blieb weitgehend frei von offenen Konflikten. Sie bemühte sich um die Wiedereinsetzung des Bistums Merseburg, das Otto II. 981 aufgehoben hatte. Die Leitung der Hofkapelle verblieb bei Kanzler Hildebold von Worms und Erzkaplan Willigis von Mainz. 986 feierte der fünfjährige Otto das Osterfest in Quedlinburg, wo vier Herzöge die Hofämter ausübten: Heinrich der Zänker als Truchsess, Konrad von Schwaben als Kämmerer, Heinrich der Jüngere von Kärnten als Mundschenk und Bernhard von Sachsen als Marschall. Der Dienst Heinrichs des Zänkers am Ort seiner zwei Jahre zuvor missglückten Usurpation symbolisierte seine vollständige Unterwerfung.

Während der Regentschaft brach der Gandersheimer Streit aus, in dem es um die Zuordnung Gandersheims zur Hildesheimer oder zur Mainzer Diözese ging. Sächsische Heere führten 985, 986 und 987 Feldzüge gegen die Elbslawen. Den Slawenzug von 986 begleitete der sechsjährige Otto und nahm damit erstmals an einer Kriegshandlung teil. Der Polenherzog Mieszko unterstützte die Sachsen mehrfach und soll Otto 986 ein Kamel geschenkt haben. Im September 991 rückte Otto gegen Brandenburg vor, 992 erlitt er dort schwere Verluste. Theophanu unternahm 989 einen Italienzug und übergab in Pavia Johannes Philagathos die Zentralverwaltung. Am 15. Juni 991 starb sie in Nimwegen und wurde in Köln begraben. Für die letzten Jahre der Minderjährigkeit übernahm Adelheid die Regentschaft, unterstützt von der Quedlinburger Äbtissin Mathilde.

Herrschaftsantritt

Der Übergang zur selbstständigen Regierung vollzog sich nicht an einem Stichtag, sondern durch den allmählichen Regentschaftsverlust der kaiserlichen Frauen. Quellenhinweise auf eine Schwertleite fehlen. Bereits 994 traf Otto erste unabhängige Entscheidungen und setzte mit Heribert einen Deutschen zum Kanzler von Italien ein, auf einer bis dahin nur Italienern vorbehaltenen Position. In Regensburg setzte er seinen Kaplan Gebhard auf den Bischofssitz. Im Sommer 995 hielt er einen Hoftag in Quedlinburg und führte die Züge gegen die Elbslawen fort. Am 6. Dezember 995 erweiterte er durch ein Privileg das Bistum Meißen. Im September 995 wurden Johannes Philagathos und Bischof Bernward von Würzburg zur Brautwerbung nach Byzanz geschickt; die Verhandlungen endeten kurz vor Ottos Tod erfolgreich.

Der erste Italienzug

Zum Italienzug veranlassten Otto die angestrebte Kaiserkrönung und ein Hilferuf von Papst Johannes XV., der vom römischen Stadtpräfekten Crescentius bedrängt Rom verlassen musste. Im März 996 brach Otto von Regensburg auf. In Ravenna nominierte er seinen Verwandten und Hofkaplan Brun von Kärnten zum Papstnachfolger, der in Rom als erster Deutscher zum Papst erhoben wurde und den Namen Gregor V. annahm. Am 21. Mai 996 krönte dieser Otto zum Kaiser. Damit überschritt Otto den Handlungsrahmen seines Großvaters Otto I., indem er die Papstwahl gezielt lenkte. Der Papst hatte dadurch keinen Rückhalt in Rom. Auf der Krönungssynode traf Otto Gerbert von Aurillac und Adalbert von Prag. Crescentius wurde zum Exil verurteilt, auf Fürsprache Gregors V. jedoch begnadigt.

Der zweite Italienzug

Ende September 996 vertrieb Crescentius Papst Gregor V. aus Rom und setzte Johannes Philagathos als Gegenpapst ein. Im Dezember 997 begann Otto seinen zweiten Italienzug. Die Äbtissin Mathilde von Quedlinburg betraute er mit seiner Stellvertretung im Reich, einer Stellung, die bis dahin nur Herzöge oder Erzbischöfe eingenommen hatten. Im Februar 998 ließen die Römer ihn friedlich einmarschieren. Der Gegenpapst wurde gefangen genommen, geblendet und verstümmelt, dann von einer Synode abgesetzt. Crescentius wurde enthauptet, sein Leichnam von den Zinnen der Engelsburg gestürzt und mit zwölf Gefährten auf dem Monte Mario zur Schau gestellt. Schon Zeitgenossen kritisierten das grausame Vorgehen. In einer Urkunde vom 28. April 998 erschien erstmals eine Bleibulle mit der Devise Renovatio imperii Romanorum.

Italienaufenthalt

Kaiser und Papst versuchten den kirchlichen Bereich zu reformieren; entfremdetes Kirchengut sollte den geistlichen Institutionen zurückgeführt werden. Auf dem Aventin ließ Otto eine kaiserliche Pfalz errichten. 997 nahmen Otto III. und Gregor V. das Verfahren zur Erneuerung des Bistums Merseburg wieder auf und begründeten es auf der römischen Synode zum Jahreswechsel 998/99 damit, dass 981 gegen das Kirchenrecht verstoßen worden sei. Erst Ottos Nachfolger Heinrich II. richtete das Bistum 1004 wieder ein. Anfang 999 unternahm Otto eine Bußwallfahrt nach Benevent auf den Monte Gargano. Unterwegs erfuhr er vom Tod Gregors V. Nach seiner Rückkehr erhob er mit Gerbert von Aurillac als Silvester II. erneut einen Nichtrömer zum Papst. Weitere Bischofssitze besetzte er mit Vertrauten, darunter seinen Kaplan Leo in Vercelli.

Aktivitäten im Osten

Im Februar und März 1000 pilgerte Otto von Rom nach Gnesen, um nach Thietmars Bericht am Grab seines Vertrauten Adalbert zu beten. Bischof Adalbert von Prag war am 23. April 997 von heidnischen Pruzzen erschlagen worden. Barfuß ließ sich Otto vom Ortsbischof Unger von Posen zum Grab geleiten. Anschließend wurde die Stadt zum Erzbistum erhoben und damit die selbstständige Kirchenorganisation Polens begründet. Der Kirchenprovinz Gnesen wurden das Bistum Krakau sowie die neu zu gründenden Bistümer Kolberg und Breslau zugeteilt. Ob Otto Boleslaw zum König erhob, ist umstritten: Johannes Fried nahm 1989 eine auf den weltlichen Akt beschränkte Königserhebung an, Gerd Althoff sah 1996 eine Auszeichnung als amicus im Rahmen eines Freundschaftsbündnisses. Boleslaw begleitete den Kaiser über Magdeburg bis nach Aachen.

Rückkehr nach Rom

Im Reich gab es trotz Ottos langer Abwesenheit keine größeren Auseinandersetzungen. Er feierte Palmsonntag in Magdeburg und Ostern in Quedlinburg und zog über Trebur nach Aachen, dem Ort, den er nach den Quedlinburger Annalen nächst Rom am meisten liebte. Dort suchte und öffnete er das Grab Karls des Großen; Zeitgenossen kritisierten dies als Grabfrevel, für den Gott den Kaiser mit seinem frühen Tod bestraft habe. Knut Görich deutete das Vorgehen als Vorbereitung der Kanonisation Karls. Im Sommer 1000 zog Otto wieder nach Rom. Der Gandersheimer Streit brach erneut aus und beschäftigte später noch die Kaiser Heinrich II. und Konrad II., bevor er 1030 gelöst wurde.

Zu Beginn des Jahres 1001 lehnten sich die Bewohner Tivolis gegen die kaiserliche Herrschaft auf; Otto belagerte die Stadt. Im gleichen Monat stellte er eine Schenkungsurkunde für Papst Silvester aus, die mit der bisherigen Politik der Päpste abrechnete. Die aus der Konstantinischen Schenkung abgeleiteten Ansprüche wies er als lügenhaft zurück und übergab dem heiligen Petrus aus eigener Machtvollkommenheit acht Grafschaften in der italienischen Pentapolis. In diese Wochen fiel der Aufstand der Römer, als dessen Ursache die zu milde Behandlung Tivolis genannt wurde. Der Aufstand wurde innerhalb weniger Tage durch Verhandlungen beigelegt. Thangmar gab die Rede Ottos an die Römer wieder, worin dieser seine Vorliebe für Rom und die Vernachlässigung seiner sächsischen Bindung erörterte. Das Misstrauen blieb bestehen.

Tod

Otto III. und Silvester II. verließen Rom in Richtung Ravenna. Otto vereinbarte mit einer ungarischen Gesandtschaft die Einrichtung einer Kirchenprovinz mit dem Erzbistum Gran und sorgte dafür, dass Erzbischof Askericus Stephan von Ungarn zum König erhob. Hagiographische Quellen zeichnen das Bild eines seelisch zerrissenen Monarchen, der versprochen habe, die Herrschaft einem Besseren zu überlassen und in Jerusalem Mönch zu werden. Gegen Ende 1001 zog er auf Rom zu. Starke Fieberanfälle stellten sich ein, und in der Burg Paterno verstarb er am 23. oder 24. Januar 1002. Das Heer brachte ihn über Lucca und Verona nach Aachen, wo er an Ostern 1002 begraben wurde. Am 15. Februar 1002 wählten lombardische Große in Pavia Arduin von Ivrea zum italienischen König; Heinrich II. setzte sich erst nach langwierigen Verhandlungen durch.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Otto III. (HRR)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 268890014redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Autor/-in unbekanntentstanden 999Public domainQuelle