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Gregor V. (Papst)

Papst (996–999)

runo von Kärnten wurde 972 als zweiter Sohn Ottos von Wormsgau und Judiths von Kärnten geboren, in Stainach in der heutigen Steiermark. Er war Urenkel Ottos des Großen. In Worms wurde er durch Erzbischof Willigis von Mainz ausgebildet, einer seiner Lehrer war der Grieche Johannes Philagathos. Als Hofkaplan begleitete er 996 König Otto III. nach Rom, wohin Papst Johannes XV. den König gegen den römischen Stadtadel gerufen hatte. Unterwegs erreichte sie die Nachricht vom Tod des Papstes. In Rom wurde Bruno am 3. Mai 996 zum Papst gewählt und nannte sich Gregor V. Noch am Wahltag verurteilten Gregor und Otto III. die Rädelsführer der römischen Fronde; deren Anführer Crescentius I. Nomentanus wurde begnadigt und leistete dem Kaiser den Treueeid. Mit 24 Jahren war Gregor einer der jüngsten Päpste der Kirchengeschichte.

Wenige Wochen nach seiner Wahl krönte Gregor V. Otto III. am 21. Mai 996 zum römischen Kaiser. Der römische Adel lehnte den vom Kaiser eingesetzten Papst jedoch ab. Als Otto III. 997 Rom verließ, brach Crescentius seinen Treueeid und ließ mit byzantinischer Hilfe Johannes Philagathos als Gegenpapst Johannes XVI. erheben. Ohne kaiserlichen Schutz musste Gregor V. nach Spoleto fliehen. Mit Ottos Unterstützung kehrte er 998 nach Rom zurück, während der Gegenpapst Johannes in die Campagna floh.

Der geflohene Johannes wurde in einem Turm entdeckt, grauenhaft misshandelt, entstellt und geblendet nach Rom gebracht. Der Kaiser ließ ihn ohne Augen, Ohren, Nase und Zunge, aber in päpstliche Gewänder gehüllt auf einem Esel durch Rom führen. Auf Betreiben Gregors wurde Johannes vor einer Synode abgesetzt und dann erneut auf dem Esel der Menge vorgeführt, bevor man ihn in ein Kloster abschob, wo er einige Jahre später starb. Crescentius I. Nomentanus wurde als Anstifter auf der Engelsburg enthauptet. Die Verstümmelung machte Johannes liturgieuntauglich und schaltete ihn als Gegenpapst endgültig aus, die öffentliche Zurschaustellung sollte dies bekanntmachen und Nachahmer abschrecken. Die harte Bestrafung rief aber auch Empörung hervor, unter anderem von dem fast neunzigjährigen Eremiten Nilus von Rossano, der vor Kaiser und Papst um Gnade bat und, als beide ablehnten, mit dem Gottesgericht drohte.

Als der französische König Robert der Fromme, ein Sohn Hugo Capets, ohne kirchliche Erlaubnis eine entfernte Verwandte heiratete, drohte ihm Gregor mit dem Kirchenbann. Der Konflikt mündete nach Gregors Tod in einer zeitweiligen Kirchenspaltung 1003/1004 und gilt manchmal als eines der ersten Interdikte der Kirchenrechtsgeschichte. Er reihte sich ein in die Folgen des Reimser Schismas von 925 bis 948, die erst 997 durch den Cluniazenserabt Abbo von Fleury gegenüber Gregor V. ausgeräumt werden konnten; Abbo war mit Bruno von Kärnten befreundet und stand jahrelang mit ihm in Briefkontakt. Gregor starb, wahrscheinlich an Malaria erkrankt, am 18. Februar 999 in Rom im Alter von 27 Jahren und wurde im Petersdom an der Seite Ottos II. beigesetzt.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Gregor V. (Papst)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 263637281redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Martin von Troppauentstanden um 1460Public domainQuelle