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Heinrich II. (HRR)

ostfränkischer König und römisch-deutscher Kaiser, heiliggesprochen

Herkunft und Jugend

nter Heinrichs Urgroßvater Heinrich I. wurde nur noch der älteste Sohn Otto I. zum König erhoben. Der jüngere Sohn, Heinrichs Großvater, musste spätestens 936 auf die Königsherrschaft verzichten und begnügte sich später mit dem Herzogtum Bayern. Heinrichs Vater, Heinrich der Zänker, strebte eine königsgleiche Stellung an und wurde nach Auseinandersetzungen mit Otto II. ab April 978 in Utrecht inhaftiert. Während dieser Haft lebte Heinrich in Hildesheim und wurde an der Domschule für den geistlichen Stand ausgebildet. Ab 985 beendete er seine Ausbildung in Regensburg unter Bischof Wolfgang. Nach dem Tod des Vaters Ende August 995 fiel ihm das Herzogtum Bayern zu. Im Jahr 1000 oder kurz vorher heiratete er Kunigunde aus dem Haus der Grafen von Luxemburg.

Die Wahl von 1002

Nach dem Tod Ottos III. in Italien im Januar 1002 war Heinrichs Anwartschaft umstritten. Auch Markgraf Ekkehard von Meißen und Hermann von Schwaben erhoben Ansprüche; Ekkehard wurde im April 1002 in der Pfalz Pöhlde erschlagen. Heinrich empfing den Leichenzug Ottos III. und ließ dessen Eingeweide in Augsburg beisetzen. Erzbischof Heribert von Köln zwang er zur Übergabe der Herrscherinsignien, doch die Heilige Lanze fehlte. Heinrich ließ sich in Mainz von bayerischen und fränkischen Anhängern wählen und am 7. Juni 1002 durch Erzbischof Willigis salben und krönen. Die Inthronisation auf den Aachener Stuhl unterblieb. Erst bei der Nachwahl in Merseburg Ende Juli überreichte ihm Herzog Bernhard die Heilige Lanze, nachdem Heinrich versprochen hatte, das alte sächsische Recht zu achten.

Umritt und erste Konflikte

Heinrich begründete seine Nachfolge mit der verwandtschaftlichen Nähe zu Otto III. Der monatelange Königsumritt führte über Thüringen, Sachsen, Niederlothringen, Schwaben und Bayern nach Oberlothringen. In Paderborn wurde Kunigunde am 10. August zur Königin gekrönt, in Duisburg huldigten am 18. August die Bischöfe von Lüttich und Cambrai. Am 8. September setzten ihn die weltlichen Großen Lotharingiens in Aachen auf den Thron Karls des Großen. Der Umritt endete in Diedenhofen, wo am 15. Januar 1003 der erste große Hoftag stattfand. Hermann II. von Schwaben unterwarf sich am 1. Oktober 1002 in Bruchsal und durfte sein Herzogtum behalten, musste aber Straßburg aufgeben. Das Herzogtum Bayern vergab Heinrich 1004 an seinen Schwager Heinrich V., der 1009 abgesetzt wurde.

König von Italien

Markgraf Arduin von Ivrea war am 15. Februar 1002 zum König von Italien erhoben worden. Lombardische Bischöfe riefen Heinrich um Hilfe. 1004 rüstete er zum ersten Italienzug, sammelte seine Truppen in Augsburg und zog über den Brenner nach Trient. Am 14. Mai 1004 krönte ihn der Mailänder Erzbischof Arnulf II. in Pavia zum König von Italien. Seit Otto I. hatte sich kein ottonischer Herrscher mehr zum König von Italien krönen lassen. In der folgenden Nacht griffen die Bürger Pavias Heinrich und seine Begleiter an; dabei wurde Kunigundes älterer Bruder Giselbert tödlich verletzt. Anfang Juni 1004 zog sich Heinrich aus Italien zurück, ohne die Kaiserkrone erlangt oder Arduin besiegt zu haben.

Der Konflikt mit Bolesław

Durch die Königswahl geriet Heinrich in Konflikt mit dem Piasten Bolesław I. Chrobry. Die Auseinandersetzung gliedert sich anhand der Friedensschlüsse von Posen 1005, Merseburg 1013 und Bautzen 1018 in drei Phasen. Bei der Nachwahl 1002 in Merseburg konnte Bolesław seinen Anspruch auf die ganze Mark Meißen nicht durchsetzen und erhielt nur die Lausitz und das Milzenerland. Beim Verlassen Merseburgs wurde er überfallen und verdankte seine Rettung dem Eingreifen Herzog Bernhards von Sachsen und Markgraf Heinrichs von Schweinfurt. Auf dem Rückweg ließ er die Burg Strehla niederbrennen. Zu Ostern 1003 schloss Heinrich in Quedlinburg ein Bündnis mit den heidnischen Liutizen, was bei den Sachsen heftige Empörung hervorrief. Den Markgrafen Gunzelin von Meißen hielt Heinrich über sieben Jahre in Haft.

Die Kaiserkrönung 1014

Nach dem Tod von Papst Sergius IV. im Mai 1012 setzten die Tuskulaner Grafen Benedikt VIII. auf den päpstlichen Thron. Benedikt bestätigte die Gründung des Bistums Bamberg und bot Heinrich die Kaiserwürde an. Im Oktober 1013 brach Heinrich mit einem Heer von Augsburg auf, begleitet von Kunigunde. Arduin bot die Niederlegung seiner Krone an, wenn ihm seine Grafschaft bliebe; Heinrich lehnte ab. Am 14. Februar 1014 krönte Benedikt VIII. ihn in der Basilika St. Peter zum Kaiser und Kunigunde zur Kaiserin. Der Papst überreichte eine goldene Kugel mit Kreuz, den ersten Beleg für einen Reichsapfel. Eine anschließende Synode setzte fünf Bischöfe ab. Arduin starb am 14. Dezember 1015.

Frieden von Bautzen

Bolesław hatte die zugesagte Unterstützung beim Romzug 1013/14 nicht geleistet. Heinrich verlangte eine Rechtfertigung, die zu Ostern 1015 in Merseburg erfolgen sollte, und nahm Bolesławs Sohn Mieszko II. als Geisel. Im November 1014 lieferte er ihn aus. Bolesław weigerte sich, der Ladung zu folgen. Heinrich führte im Sommer 1015 und im Sommer 1017 vergebliche Kriegszüge; in keinem Jahr verlor er mehr sächsische Adlige im Kampf als 1015. Am 30. Januar 1018 beschworen Erzbischof Gero von Magdeburg, Bischof Arnulf von Halberstadt, Markgraf Hermann von Meißen, Graf Dietrich und der kaiserliche Kämmerer in Bautzen einen dauerhaften Frieden, ohne dass sich die Herrscher persönlich begegneten. Beide Seiten stellten Geiseln.

Burgund

Über seine Mutter Gisela war Heinrich ein Neffe des kinderlosen Königs Rudolf III. von Burgund. 1006 trafen beide erstmals zusammen. Rudolf stellte ihm das Erbe seines Königreichs in Aussicht und trat ihm Basel als eine Art Pfand ab. Bei Treffen im Mai 1016 in Straßburg und im Februar 1018 in Mainz bestätigte Rudolf den Erbanspruch. Heinrich starb 1024 noch zu Rudolfs Lebzeiten; erst sein Nachfolger Konrad II. trat 1032/33 das burgundische Erbe an.

Tod und Nachfolge

Zu Beginn des Jahres 1024 musste Heinrich wegen einer Krankheit in Bamberg fast drei Monate pausieren. Im April 1024 feierte er in Magdeburg das Osterfest, danach hielt ihn eine schwere Erkrankung zwei Monate in Goslar. Ein Rückfall zwang ihn zum Aufenthalt in der Pfalz Grona bei Göttingen, wo er am 13. Juli 1024 an einem Steinleiden starb. Sein Grab fand er im Bamberger Dom. Da die Ehe kinderlos blieb, endete mit seinem Tod die Herrschaftszeit der Ottonen. Anfang September versammelten sich die Großen in Kamba; als neuer Herrscher setzte sich der Salier Konrad II. durch. Konrad grenzte sich von seinem Vorgänger ab, übernahm aber Personal der Hofkapelle und Kanzlei und vollendete den Erwerb Burgunds.

Herrschaft durch die Bischöfe

Unter Heinrich II. wurden vermehrt Grafschaften an Bischöfe übertragen. Aus seiner Förderung der Klöster und Bischofskirchen leitete er das Recht ab, besondere Leistungen zu fordern: „Wem mehr gegeben wird, von dem wird auch mehr gefordert.“ Thietmar beschreibt mit den Begriffen Amtskollege und Mitbischof ein besonderes Vertrauensverhältnis. Heinrich berief häufiger Synoden ein als seine Vorgänger; 15 Versammlungen sind nachgewiesen. Klöster und Bischofskirchen mussten für den Unterhalt des Kaisers und seines Gefolges aufkommen, und die geistlichen Fürsten stellten bei den meisten Feldzügen das größte Truppenkontingent. Am Einsetzungsrecht der Bischöfe hielt Heinrich fest. Alle seine Kanzler erhielten ein Bistum.

Bamberg

Zur Sicherung seiner Memoria gründete Heinrich 1007 das Bistum Bamberg. Die Burg Bamberg hatte er Kunigunde als Morgengabe übertragen. Bei der Gründung waren Widerstände des Bistums Würzburg zu überwinden, da die neue Diözese etwa ein Viertel dieses Bistums umfassen sollte. Auf einer Synode in Frankfurt am 1. November 1007 kam ein Konsens zustande; Heinrich warf sich wiederholt vor den Bischöfen zu Boden und erreichte so ihre Zustimmung. Als Motiv nennt der Synodalbeschluss, er habe Gott zu seinem Erben eingesetzt, dazu die Bekehrung der Slawen. Zahlreiche Schenkungen sicherten dem Bistum reichen Besitz. Ersten Bischof wurde sein Kanzler Eberhard. Regensburg trat fortan in den Hintergrund.

Heiligsprechung und Nachleben

Nach seinem Tod stand Heinrich in Bamberg bald im Ruf der Heiligkeit; Adam von Bremen berichtete 1074 von seiner sanctitas. Ein unbekannter Bamberger Autor verfasste 1145/1146 einen Bericht über Leben und Wunder. Auf Betreiben der Bamberger Kirche erfolgte die Kanonisation 1146. Am 13. Juli 1147 wurden seine Gebeine in Bamberg erhoben. Papst Innozenz III. begründete 1200 die Heiligsprechung Kunigundes unter anderem mit der Bamberger Bistumsgründung. In Rom pflegte man zunächst ein anderes Bild: Humbert von Silva Candida nannte Heinrich einen Simonisten und Kirchenräuber, Miniaturen zum Werk Joachims von Fiore zeigen ihn als einen der sieben Köpfe des apokalyptischen Drachen. Nördlich der Alpen setzte sich das Bild des heiligen Kaisers durch.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Heinrich II. (HRR)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 270354101redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Photo: Andreas PraefckeCC BY 3.0Quelle