Bolesław I. (Polen)
erster König von Polen
olesław war Sohn Mieszkos I. und der Dubrawka. Um 984 wurde er im Rahmen der Heiratspolitik seines Vaters mit einer Tochter des Markgrafen Rikdag von Meißen verheiratet, löste diese Ehe aber nach dem Scheitern piastischer Pläne in der Region. Um 985/86 heiratete er eine Árpáden-Tochter gegen Böhmen, löste auch diese Ehe 987 und heiratete schließlich Emnilda, Tochter des sorbischen Adligen Dobromir. Damit richtete sich das polnische Expansionsinteresse auf die Mark Meißen, die Mark Lausitz und die Nordmark. Kurz vor seinem Tod 992 scheint Mieszko I. versucht zu haben, Bolesław im Dagome Iudex von der Erbfolge auszuschließen, was unklar bleibt.
Nach dem Tod seines Vaters vertrieb Bolesław seine Stiefmutter Oda von Haldensleben. Er kämpfte mit Kaiser Otto III. gegen die Lutizen und ließ die Gebeine Adalberts von Prag nach Gnesen überführen. Im Jahr 1000 kam Otto III. als Pilger nach Gnesen zum sogenannten Akt von Gnesen. Ob Otto Bolesław damals zum König erhob, ist umstritten, doch erhielt Bolesław königliche Rechte, etwa das Recht zur Bischofseinsetzung. Zugleich wurde das Erzbistum Gnesen mit den Suffraganen Kolberg, Krakau und Breslau eingerichtet, und die Ehe zwischen Bolesławs Sohn Mieszko II. und Richeza, einer Nichte des Kaisers, vereinbart.
Nach Ottos Tod 1002 versuchte Bolesław, sein Gebiet auf Lausitz und Meißen auszudehnen. Im Juli 1002 wurde er in Merseburg bei Verhandlungen mit König Heinrich II. angegriffen, was das Verhältnis dauerhaft belastete. 1003 übernahm Bolesław die Herrschaft über Böhmen, es folgten wechselhafte Kämpfe, der Frieden von Posen und später 1013 der Friede von Merseburg, in dem er die Lausitz als Reichslehen erhielt. 1018 folgte der Frieden von Bautzen, danach eroberte Bolesław mit Heinrichs Truppen Kiew, musste die Stadt aber wieder aufgeben.