Konrad II. (HRR)
römisch-deutscher König und Kaiser
Aufstieg einer Familie
ie Vorfahren Konrads gehörten wahrscheinlich zur Sippe der Widonen und lassen sich seit Anfang des 10. Jahrhunderts im Worms-, Nahe- und Speyergau verfolgen. Mit Konrad dem Roten begann der eigentliche Aufstieg: 941 zählte er zum engsten Gefolge Ottos des Großen, 944 oder 945 erhielt er die Herzogswürde in Lothringen, und 947 festigte er durch die Heirat mit Ottos Tochter Liutgard seine Königsnähe. Als der König ein von ihm vermitteltes Abkommen mit Berengar II. ablehnte und der Einfluss Heinrichs wuchs, schloss sich Konrad der Rote 953 dem Liudolfinischen Aufstand an, der niedergeschlagen wurde.
Wahl in Kamba
Nach Heinrichs Tod dauerte die Thronvakanz nur wenige Wochen. Kunigunde führte die Reichsgeschäfte, unterstützt von ihren Brüdern Dietrich II. und Heinrich V. sowie vermutlich von Aribo von Mainz, der auch die Reichskleinodien in Verwahrung hielt. Nach acht Wochen intensiver Vorverhandlungen versammelten sich die Fürsten am 4. September in Kamba gegenüber Oppenheim. Aribo von Mainz leitete die Wahl. Als Kandidaten galten nur noch die beiden gleichnamigen Vettern Konrad der Ältere und der jüngere Konrad.
Krönung in Rom
Am Ostersonntag 1027, dem 26. März, fand die Kaiserkrönung Konrads und Giselas in der Peterskirche in Rom durch Papst Johannes XIX. statt, eine der glanzvollsten Krönungen des Mittelalters. Anwesend waren Knut der Große, Rudolf III. von Burgund, der Großabt Odilo von Cluny und mindestens 70 hochrangige Geistliche. Auch Thronfolger Heinrich war nach Italien gekommen. Rudolfs Teilnahme bedeutete eine Annäherung zwischen Burgund und dem Reich. Am 6. April wurde in der Lateranbasilika der alte Rangstreit zwischen Aquileja und Grado zugunsten Poppos von Aquileia entschieden.
Burgund fällt an den Salier
Rudolf III. hatte sein kinderloses Königreich seinem Verwandten Heinrich II. vermacht, doch Konrad besaß rein erbrechtlich keinen Anspruch auf Burgund. Er beanspruchte dennoch dieselben Rechte wie sein Vorgänger, während Graf Odo II. von der Champagne als Neffe Rudolfs der eigentlich nähere Erbe war. Im August 1027 traf Konrad bei Basel mit Rudolf zusammen, und Königin Gisela vermittelte den entscheidenden Friedensbund, wonach das Königreich unter denselben Bedingungen wie zuvor an Konrad übergehen sollte. Als Rudolf am 6. September 1032 starb, brach Konrad einen Feldzug gegen Polen ab und zog noch im Winter 1032/33 nach Burgund.