Rudolf III. (Burgund)
König von Burgund
udolf war zunächst mit Agiltrud verheiratet, die im Februar 1011 kinderlos starb. Am 28. Juni 1011 heiratete er Irmingard von Burgund, der er schon als Verlobter am 24. April 1011 die Stadt Vienne mit der Burg Pipet, die Grafschaften Vienne und Sermorens sowie umfangreichen Besitz zwischen Vienne und dem Genfersee bis Neuenburg geschenkt hatte. Auch als Ehefrau erhielt sie weitere Schenkungen. Rudolf konnte in siebzehn von fünfunddreißig Bistümern Königsrechte ausüben und begann als erster burgundischer König, Grafschaften an Bischöfe zu verleihen: 996 an den Erzbischof von Tarentaise, 999 an den Bischof von Sitten, 1011 an den Bischof von Lausanne und 1023 an den Erzbischof von Vienne.
1016 entstand ein Streit zwischen Rudolf und Graf Otto-Wilhelm über die Einsetzung des Erzbischofs von Besançon. Da auch die zweite Ehe seit fünf Jahren kinderlos blieb, konnte Otto-Wilhelm Ansprüche auf die Nachfolge erheben. Rudolf unterstellte sich daraufhin Heinrich II. als nächstem männlichen Verwandten. Ein Treffen der beiden ist erstmals 1006 belegt, und Rudolf trat Basel an Heinrich ab, wohl als Faustpfand für dessen Erbanspruch und zur Sicherung von Unterstützung gegen die regionalen Großen. Im Mai 1016 wurde in Straßburg Heinrichs Nachfolge unter Einbeziehung der burgundischen Großen bestätigt. Heinrichs Kriegszug gegen Otto-Wilhelm blieb erfolglos, doch die Großen unterwarfen sich Rudolf. Im Februar 1018 wurde in Mainz das Erbrecht Heinrichs erneut anerkannt, Rudolf übergab Krone und Zepter, erhielt die Herrschaftszeichen aber nur noch aus Heinrichs Gnade zurück. Nach 1018 war Rudolf nur noch ein Schattenkönig.
Durch Heinrichs Tod 1024 war die Erbfrage erneut offen. Sein Nachfolger Konrad II. hatte keine verwandtschaftlichen Beziehungen zu Rudolf, wollte aber in dessen Rechte eintreten und besetzte 1025 Basel. Ende 1026 zeichnete sich eine Annäherung zwischen beiden ab. Zu Ostern 1027 war Rudolf bei der Kaiserkrönung Konrads in Rom anwesend, und im August 1027 wurde in Basel Frieden geschlossen, wodurch Konrad in die vollen Rechte seines kaiserlichen Vorgängers eintrat.
Rudolf starb am 6. September 1032 und wurde in der Kathedrale von Lausanne beigesetzt; mit ihm endete die Linie der burgundischen Welfen. Zeitgenossen wie Wipo und der Reichenauer Mönch Hermann sahen in ihm einen schwachen, verweichlichten König, dessen dreißigjährige Herrschaft Faulheit und Chaos bedeutet habe. Thietmar von Merseburg urteilte, Rudolf habe nur Namen und Krone besessen, während regionale Große wie Otto-Wilhelm die eigentliche Macht ausübten, und kritisierte besonders die fehlende Verfügung über die Bischofssitze. Seine Frau Irmingard pflegte sein Andenken bis 1057 durch fromme Stiftungen, doch die Erinnerung an Rudolf verblasste im weiteren Mittelalter. Konrad musste das burgundische Erbe gegen Odo von Blois durchsetzen und ließ 1038 seinen Sohn Heinrich III. zum König von Burgund erheben.