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Hoftag zu Worms (1076)

Ereignis des Investiturstreits zwischen König Heinrich IV. und Papst Gregor VII

Vorgeschichte

ach dem Ende der Sachsenkriege wandte sich Heinrich IV. Reichsitalien zu und missachtete dabei päpstliche Interessen. Er investierte gegen den Kandidaten des Papstes den Mailänder Tedald als Erzbischof und setzte ohne Absprache Bischöfe in Fermo und Spoleto ein. Anschließend verhandelte er mit dem exkommunizierten Herzog Robert Guiskard, der den Papst in Süditalien bedrängte. Gregor mahnte Heinrich im Dezember 1075 in einem Schreiben, die Bischofsernennungen zurückzunehmen, erinnerte ihn an seine Gehorsamspflicht und lud ihn für 1076 vor die Fastensynode in Rom, andernfalls drohte der Kirchenbann. Heinrich reagierte, indem er in Goslar für den 24. Januar 1076 eine Reichsversammlung nach Worms einberief.

WormsOrt auf der Karte 164849.6303 N, 8.3621 OAuf der Karte zeigen

Teilnehmer

In Worms versammelten sich neben dem König 26 von 34 Reichsbischöfen sowie zahlreiche weitere Geistliche, aber nur wenige weltliche Würdenträger. Anwesend war Herzog Gottfried IV. von Niederlothringen, vermutlich begleitet von Bischof Wilhelm von Utrecht, verheiratet mit der Mathilde von Tuszien, deren Ehe zerrüttet war. Ebenfalls anwesend war der dreifach exkommunizierte Kardinal Hugo Candidus, ein Gegner des Papstes, der von einem angeblichen Verhältnis zwischen Gregor VII. und Mathilde von Tuszien berichtete. Die Bischöfe fürchteten die Einschränkung ihrer Selbständigkeit durch die Zentralisierung der Kirchengewalt. Abwesend waren Erzbischof Gebhard von Salzburg, Bischof Altmann von Passau und Erzbischof Werner von Magdeburg. Der Kölner Erzbischofsstuhl war unbesetzt, und Bischof Adalbert II. von Worms war 1074 von den Bürgern aus der Stadt vertrieben worden.

Ergebnis und Folgen

Als Ergebnis verfassten die Bischöfe einen Brief an den Papst, in dem sie ihm den Gehorsam aufkündigten. Heinrich IV. ließ zudem durch Gottschalk von Aachen ein zweites Schreiben verfassen, das mit den Worten Descende, descende den Papst zum Rücktritt aufforderte. Gregor VII. reagierte, indem er auf der Fastensynode in Rom am 14. Februar 1076 den König für abgesetzt erklärte und den Kirchenbann über ihn aussprach. Damit entfiel die Treuepflicht der Untertanen, und die Herrschaftsbasis des Königs war fundamental bedroht. Die theoretische Grundlage dafür hatte Gregor VII. schon zwei Jahre zuvor im Dictatus Papae gelegt. Um die Lage zu beenden, erklärte sich Heinrich IV. nach dem Fürstentag zu Trebur im Oktober 1076 bereit, den Papst in Canossa um Vergebung zu bitten.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Hoftag zu Worms (1076)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 268273292redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0