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Heinrich IV. (HRR)

römisch-deutscher König (1056–1105) und Kaiser (1084–1105)

Herkunft und Kindheit

m 11. November 1050 gebar Agnes von Poitou, die zweite Frau Kaiser Heinrichs III., in der Kaiserpfalz Goslar den Thronfolger. Zunächst erhielt er den Namen des Großvaters, Konrad. Zuvor waren drei Töchter geboren worden: Adelheid 1045, Gisela 1047 und Mathilde 1048. An Weihnachten 1050 in Pöhlde ließ Heinrich die Großen dem noch ungetauften Sohn die Treue schwören. Am nächsten Osterfest taufte der Kölner Erzbischof Hermann das Kind in Köln auf den Namen Heinrich. Taufpate war Abt Hugo von Cluny.

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Die Regierung Heinrichs III. war von langen Konflikten mit den Großen geprägt. Er beharrte auf königlicher Gewalt und Autorität und wich damit von der durch clementia geprägten Regierungsweise der Ottonen ab. Eine Verschwörung der süddeutschen Fürsten Welf III. von Kärnten und des 1053 abgesetzten Bayernherzogs Konrad im Jahr 1055 scheiterte, weil beide Anführer Ende 1055 plötzlich starben. Als der Kaiser 1053 in der Königspfalz Trebur seinen Sohn zum Nachfolger wählen ließ, erklärten die Großen, sie wollten dem neuen König nur folgen, wenn er ein gerechter Herrscher werde. Am 17. Juli 1054 salbte Erzbischof Hermann den noch nicht vierjährigen Heinrich in Aachen zum König. An Weihnachten 1055 wurde er mit Bertha von Turin verlobt.

Regentschaft der Kaisermutter Agnes

1056 starb Heinrich III. in der Königspfalz Bodfeld am Harz. Noch auf dem Totenbett ließ er die Thronfolge seines Sohnes durch eine erneute Wahl bestätigen. Papst Viktor II. reiste nach Aachen und setzte das königliche Kind auf den Thron Karls des Großen. Stellvertretend führte die Mutter Agnes von Poitou die Regierungsgeschäfte. Als Viktor II. im Sommer 1057 starb, verlor die Regentin ihren wichtigsten Helfer. Die Fürsten machten Agnes zahlreiche Zugeständnisse. Sie behielt das Herzogtum Bayern und erhielt ein Designationsrecht für den Fall eines vorzeitigen Todes Heinrichs IV.

1057 entführte Rudolf von Rheinfelden die Kaisertochter Mathilde und erzwang seine Erhebung zum Herzog von Schwaben. Graf Berthold von Zähringen musste Agnes 1061 mit dem Herzogtum Kärnten entschädigen. Im selben Jahr übertrug sie das Herzogtum Bayern an den Sachsen Otto von Northeim. Der Verzicht auf die unmittelbare Verfügungsgewalt über die Herzogtümer schmälerte die materielle Basis des Königtums. In der Umgebung der Kaiserin nahm der Einfluss der Ministerialen zu; die Erziehung des jungen Königs übernahm der Ministeriale Kuno. Seit 1058 bevorzugte Agnes Bischof Heinrich von Augsburg als Ratgeber. Anno von Köln und Siegfried von Mainz sahen sich übergangen.

Streit der Erzbischöfe

Im Frühjahr 1062 schloss sich eine Gruppe von Großen unter Erzbischof Anno von Köln zusammen. Während des Aufenthalts der Kaiserin in der Pfalz Kaiserswerth lockten die Verschwörer den elfjährigen König auf ein Schiff und brachten ihn gegen seinen Willen nach Köln. Anno übernahm Erziehung und Verfügungsgewalt und leitete faktisch die Regierung. Am 14. Juli 1063 verfügte er, dass der neunte Teil aller Einkünfte des Reiches und des Königs an die Kölner Kirche zu übertragen sei. In diesen Jahren kam erstmals die Idee einer Handlungsgemeinschaft der Fürsten auf.

Ende März 1065 empfing Heinrich auf einer Reichsversammlung in Worms die Schwertleite als Zeichen der Mündigkeit. Schildträger war Gottfried der Bärtige, der langjährige Rivale seines Vaters. Zu Beginn seiner selbstständigen Herrschaft übertrug Heinrich zwölf Reichsklöster und Stifte an geistliche und weltliche Fürsten. Erzbischof Adalbert von Hamburg-Bremen gewann das Vertrauen des Königs und wurde sein bevorzugter Ratgeber. Anno verbündete sich daraufhin mit Siegfried von Mainz, Gebhard von Salzburg sowie den Herzögen Rudolf von Schwaben, Otto von Bayern und Berthold von Kärnten. Im Januar 1066 zwangen die in Trebur versammelten Großen Heinrich, Adalbert vom Hof zu weisen. 1066 heiratete Heinrich Bertha von Turin, 1069 bemühte er sich um die Trennung.

Otto von Northeim

1070 wurde Otto von Northeim, bayerischer Herzog und einer der angesehensten sächsischen Fürsten, von einem gewissen Egino beschuldigt, die Ermordung des Königs geplant zu haben. Obwohl Egino als Straßenräuber galt, bestand Heinrich auf einem Zweikampf. Otto verweigerte ihn. Am 2. August 1070 erklärten ihn sächsische Große auf Betreiben des Königs zum Majestätsverbrecher und entzogen ihm das bayerische Herzogtum. Zu Pfingsten 1071 unterwarf sich Otto in Goslar. Den Billunger Magnus ließ Heinrich weit länger in Haft, auch nach dem Tod von dessen Vater Ordulf. Heinrichs unnachgiebiges Verhalten belastete das Verhältnis zu den Sachsen dauerhaft und war eine der Ursachen für den Sachsenkrieg.

Sachsenkriege

Heinrich berief sich auf entfremdete Herrschaftsrechte und ließ Höhenburgen als königliche Zentren errichten, besetzt vor allem mit Ministerialen aus Schwaben. Das mächtigste Bauwerk war die östlich von Goslar gelegene Harzburg. 1073 lud Heinrich die sächsischen Großen nach Goslar; die Verhandlungen scheiterten. Ende Juli 1073 beriefen die Sachsen einen Stammestag in Hoetensleben ein, auf dem der Burgenbau ein zentraler Vorwurf in einer Rede Ottos von Northeim war. Der König floh nach Worms und befreite die Bewohner 1074 durch Urkunde von allen Zöllen in seinem Herrschaftsbereich. Im Frieden von Gerstungen wurde im Februar 1074 beschlossen, dass er seine Burgen zerstören und das sächsische Recht anerkennen habe.

Bei der Zerstörung der Harzburg durch sächsische Bauern wurden die Gräber der dort bestatteten Salier geschändet. Der König konnte Rache verlangen und erhielt die Unterstützung großer Kreise der Reichsfürsten. Am 9. Juni 1075 errang er in der Schlacht bei Homburg an der Unstrut einen vollständigen Sieg. Ein zweiter Feldzug im Oktober brachte die Entscheidung. Erzbischof Werner von Magdeburg, Bischof Burchard von Halberstadt, Otto von Northeim und Sachsenherzog Magnus Billung unterwarfen sich. Heinrich ließ ihre Anführer an weit entfernten Orten inhaftieren. Ende des Jahres verpflichtete er die in Goslar versammelten Großen eidlich, keinen anderen als seinen am 12. Februar 1074 geborenen Sohn Konrad zu wählen.

Exkommunikation 1076

Am 28. September 1075 investierte Heinrich gegen den päpstlichen Willen den Kleriker Tedald mit dem Erzbistum Mailand. Am Neujahrstag 1076 überbrachten Gesandte einen Brief Gregors VII., der Gehorsam forderte. Heinrich veröffentlichte die Drohungen und berief die Bischöfe nach Worms. Auf dem Hoftag vom 24. Januar 1076 formulierte er mit den Erzbischöfen Siegfried von Mainz und Udo von Trier sowie 24 weiteren Bischöfen drastische Vorwürfe und forderte Gregor auf: Steige herab, steige herab. Am 22. Februar 1076 setzte Gregor auf der Fastensynode in Rom den König ab, exkommunizierte ihn und löste alle Christen von den Treueiden. Er räumte eine Frist zur Umkehr bis zum 1. August 1076 ein.

Gang nach Canossa 1077

Die Unterstützung Heinrichs schwand nach Ostern rapide. Die Erzbischöfe von Mainz und Trier sowie die Bischöfe von Straßburg, Verdun, Münster, Utrecht, Speyer, Basel und Konstanz distanzierten sich. Die Herzöge Welf von Bayern, Rudolf von Schwaben und Berthold von Kärnten verbanden sich früh gegen den König. Am 16. Oktober trat eine Fürstenversammlung in Trebur zusammen; Heinrich selbst wurde nicht beteiligt. Man teilte ihm mit, er müsse sich bis zum Jahrestag der Exkommunikation vom Bann befreien. Da die Alpenpässe besetzt waren, blieb nur der Weg über den Mont Cenis in Burgund. Gregor begab sich auf die Burg Canossa seiner Parteigängerin Mathilde von Canossa.

Heinrich kam nicht als Führer eines militärischen Aufgebots. Er verbrachte im Büßergewand, barfuß und ohne Herrschaftszeichen drei Tage im Vorhof der Burg. Als Vermittler traten unter anderen sein Taufpate Abt Hugo von Cluny und die Markgräfin Mathilde auf. Am 28. Januar wurde ihm Einlass gewährt. Niederwerfung, Schuldbekenntnis, Absolution und Eucharistiefeier stellten die Gemeinschaft von Papst und König wieder her. Heinrich versprach eidlich, sich der in Trebur beschlossenen Untersuchung seiner Amts- und Lebensführung zu stellen. Die Forschung sieht den Büßergang vor allem als taktischen Schachzug, um der drohenden Absetzung durch die Fürsten zu entgehen.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Heinrich IV. (HRR)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 267202185redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Jan van Bijlertentstanden 1641Public domainQuelle