Holland
Region in den Niederlanden
Von der Grafschaft zur geteilten Provinz
er Name Holland wurde erstmals 866 als Holtland für die Gegend um Haarlem erwähnt. Die Grafschaft Holland hatte seit 1248 ihren Sitz in Den Haag und wuchs um Gebiete von Friesland und Zeeland an. Am Ende des Mittelalters wurden die Habsburger Landesherr der politischen Einheiten in den heutigen Benelux-Staaten, die dabei aber eigene Herrschaften blieben. Im Mittelalter stand vor allem Flandern stellvertretend für diese Provinzen, bis sich die nördlichen Provinzen 1568 von den Habsburgern unabhängig machten. Danach wurde Holland die tonangebende Provinz der Republik. Ab 1795 besetzten französische Revolutionstruppen die nördlichen Provinzen, aus denen die Batavische Republik wurde, in der Holland nur noch ein Departement war. 1806 machte Napoleon seinen Bruder zum König des Königreichs Holland, das Frankreich bald annektierte. 1814/1815 entstand das Königreich der Niederlande. Nach dem Verlust der belgischen Provinzen 1830 wurde Holland 1840 in Zuid-Holland mit Den Haag und Noord-Holland mit Haarlem geteilt.
Wasser, Küste und Wirtschaft
Die Landschaft Holland wird davon geprägt, dass hier die großen Flüsse im Rhein-Maas-Delta in die Nordsee münden. Die Nordseeküste besteht überwiegend aus Sandstrand mit Dünen und ist bei Touristen beliebt, mit Badeorten wie Katwijk, Noordwijk, Zandvoort und Scheveningen. Östlich davon liegt eine Polderlandschaft mit fruchtbarem Land, das zuvor zum Meer oder zu Seen gehörte, weshalb große Teile von Nord- und Südholland unter dem Meeresspiegel liegen. Auch die Tulpenfelder der Gartenanlage Keukenhof prägen das internationale Bild von Holland. Zugleich gibt es große Städte und Industrien, darunter den Hafen Rotterdam. Amsterdam zieht jährlich über 25 Millionen Tagestouristen an, und nahe der Stadt liegt der Flughafen Schiphol.
Zentrum und Peripherie
In den Niederlanden bestehen große Unterschiede zwischen Westen, Norden, Osten und Süden. Die wichtigsten Institutionen liegen im Westen: Amsterdam als Hauptstadt, Den Haag als Regierungssitz, Rotterdam mit dem Hafen und Utrecht als Eisenbahnknotenpunkt. Der Westen wird meist mit den Provinzen Nordholland, Südholland, Utrecht und teilweise Zeeland gleichgesetzt. Dieses Gebiet nennt man Randstad, in der mehr als 40 Prozent der Einwohner der Niederlande leben. Die Randstad gilt als Zentrum, während die übrigen Landesteile als Peripherie betrachtet werden, was zu Spannungen führt, da sich Menschen dort benachteiligt fühlen. Die Randstad ist damit vergleichbar mit einer Hauptstadtregion wie Paris in Frankreich oder London in Großbritannien.