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Johann Aloys Josef von Hügel

Diplomat, Staatsmann und kaiserlicher Konkommissar

ohann Aloys Josef von Hügel stammte aus einer kurtrierischen Beamtenfamilie. Sein Vater Matthias Hügel war kurfürstlicher trierischer Hofkammerrat und zugleich Generaleinnehmer der weltlichen Stände des Niedererzstifts in Koblenz. Seine Mutter war Anna Gertrud Dötsch.

Nach einem Eigenstudium wurde von Hügel 1776 Advokat in Koblenz und stieg später zum Hofrat und Geheimen Staatsrat auf. Als kurtrierischer Wahlbotschafter seit 1790 diente er auch Leopold II. und erhielt dafür 1791 den Titel Reichsfreiherr. Nach Zerwürfnissen mit dem Trierer Kurfürsten trat er 1793 in Regensburg in kaiserliche Dienste und übernahm das Direktorium des Reichsfürstenrates sowie die drei kaiserlichen Stimmen. 1794 wurde er Nachfolger des Konkommissars Fürst Anselm von Thurn und Taxis, sein Vorgesetzter war Reichshof-Vizekanzler Fürst von Colloredo. Im Juli 1796 brachte er heimlich den größten Teil der Reichskleinodien aus Nürnberg nach Passau, der Rest folgte im September. Später verbrachte er sie nach Regensburg, wo sie bis 1800 im Palais der Fürsten von Thurn und Taxis lagen, bevor er sie in die Wiener Schatzkammer überführte. 1804 nach Wien berufen, verfasste er 1806 ein Gutachten über den Thronverzicht und sprach sich für eine weitere Verwahrung der Reichskleinodien in Wien aus. Anfragen Nürnbergs auf Rückgabe wurden abschlägig beschieden. Nach 1806 war er Gesandter bei Staaten des Rheinbundes, trat aber nach Metternichs Ernennung zum Kanzler zurück. 1813 wurde er mit der Regierung des Großherzogtums Frankfurt betraut, ging nach dessen Abgabe infolge des Wiener Kongresses in den Ruhestand und starb 1825 in Hietzing bei Wien.

1787 heiratete von Hügel in Mainz Susanne Holthoff, Tochter des Mainzer Hofarztes Franz Wilhelm Holthoff und der Anna Ursula Wehenkel. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und drei Töchter hervor, darunter Clemens Wenzel, Direktor des Staatsarchivs, und Carl Anselm, Naturforscher. Zu seinen Enkeln zählen der Anthropologe Anatole von Hügel und der Religionsphilosoph Friedrich von Hügel. Das Geschlecht starb 1927 mit Friedrich in England aus, sein Nachlass befindet sich seit 1931 in Freiburg.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Johann Aloys Josef von HügelVersionsgeschichteBearbeitungsstand 263701935redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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