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Immerwährender Reichstag

Ständevertretung im Heiligen Römischen Reich mit Sitz in Regensburg

er Reichstag von 1663 sollte ursprünglich nicht dauerhaft tagen. Die Reichsstände kamen am 20. Januar 1663 zusammen, um über die Türkengefahr an der östlichen Reichsgrenze zu beraten, wofür Kaiser Leopold I. Geld benötigte. Daneben ging es um den Streit zwischen Reichsfürsten und Kurfürsten über die Wahlkapitulation, also die Frage, wer mit dem künftigen Kaiser verhandeln durfte. Auch offene Fragen aus dem Dreißigjährigen Krieg, die im Jüngsten Reichsabschied von 1653 nicht gelöst worden waren, sollten beraten werden. Daraus entwickelte sich eine dauerhafte Fortsetzung des Reichstags. Im dritten Jahr drängte der Kaiser auf Eile, im fünften die Stände auf einen Schlusstermin, doch dieser wurde im sechsten Jahr erneut verschoben. Als in den 1670er Jahren die Verteidigung gegen Frankreich anstand, war die Versammlung längst zu einer immerwährenden geworden.

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Seit der Umwandlung in den Immerwährenden Reichstag waren die Landesherren kaum noch selbst anwesend, sondern ließen sich durch Komitialgesandte vertreten, die in Regensburg oft mit Familien sesshaft wurden. Der Kaiser selbst wurde durch kaiserliche Prinzipalkommissare vertreten, die ab 1748 durchgehend der Familie Thurn und Taxis angehörten. So wurde Regensburg Sitz von etwa 70 Komitialgesandtschaften. Viele protestantische Gesandte wurden mit ihren Familien auf dem Gesandtenfriedhof hinter der Dreieinigkeitskirche bestattet, katholische Gesandte in Klöstern, viele im Kloster Sankt Emmeram. Als 1713 die Pest Regensburg erfasste, wurde der Reichstag 1713 und 1714 vorübergehend in Augsburg abgehalten.

Seit 1740 wuchsen Österreich und Brandenburg-Preußen immer mehr aus dem Reichsverband heraus. Preußen gewann die zwei Schlesischen Kriege und erhielt Schlesien, Österreich den Österreichischen Erbfolgekrieg. Während dieses Krieges kam mit Karl VII. ein Wittelsbacher auf den Thron, was die Verlegung der Sitzungen nach Frankfurt am Main auslöste. Im Ersten Koalitionskrieg von 1792 bis 1797 war das Reich Kriegsteilnehmer gegen Frankreich. Kaiser Franz II. trat Territorien seiner Erblande ab und sagte auch die Abtretung linksrheinischer Reichsgebiete zu. Der Rastatter Kongress von 1797 bis 1799 sollte die Beschlüsse des Friedens von Campo Formio umsetzen, wurde aber 1799 beim Ausbruch des Zweiten Koalitionskrieges abgebrochen. Dieser endete 1801 durch den Frieden von Lunéville, in dem Franz II. der Abtretung linksrheinischer Gebiete zustimmte.

Der Reichstag billigte am 25. Februar 1803 den Reichsdeputationshauptschluss, einen seiner tiefgreifendsten Beschlüsse. Am 11. August 1804 nahm Kaiser Franz II. zusätzlich den Titel eines erblichen Kaisers von Österreich an, ohne den Reichstag offiziell einzubinden. Der Reichstag arbeitete dennoch bis zur Auflösung des Reichs 1806 weiter. Am 12. Juli 1806 gründeten Kurmainz, Bayern, Württemberg, Baden, Hessen-Darmstadt, Nassau, Kleve-Berg und weitere Fürstentümer mit der Rheinbundakte in Paris den Rheinbund und erklärten am 1. August den Austritt aus dem Reich. Am 6. August verkündete der Kaiser den Verzicht auf die Reichskrone. Die Gesandten in Regensburg gingen danach auseinander, ohne noch einen Beschluss zu fassen, und die meisten verließen mit ihren Familien die Stadt.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Immerwährender ReichstagVersionsgeschichteBearbeitungsstand 264518440redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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