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Jülich-Klevischer Erbfolgestreit

Erbfolgestreit des ohne direkte Nachkommen verstorbenen Reichsfürsten

er Streit wurzelte in zwei kaiserlichen Privilegien: Friedrich III. hatte Sachsen die Nachfolge zugesichert, Karl V. erklärte 1546 auch weibliche Nachkommen für erbberechtigt. Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg verheiratete seine Töchter mit Brandenburg, Pfalz-Neuburg und Pfalz-Zweibrücken. Nach dem Tod des einzigen Sohnes blieb nur der kranke Johann Wilhelm als Nachfolger, das Erbe wurde umstritten. Marie Eleonores Linie verlor durch den frühen Tod ihres Sohnes Vorrang, Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg erhob daraufhin Anspruch. 1591 heiratete Johann Sigismund von Brandenburg Anna von Preußen. Auf einem Landtag 1591 in Düsseldorf zerfiel die Versammlung in protestantisches und katholisches Lager; man einigte sich auf getrennte Räte zur Verwaltung, deren Zuständigkeit der Kaiser 1606 auch auf die Zeit nach Johann Wilhelms Tod ausdehnte.

Nach Johann Wilhelms Tod 1609 griffen Brandenburg und Pfalz-Neuburg eigenmächtig nach einzelnen Territorien, während der Kaiser eine gemeinsame Regierung unter seiner Aufsicht forderte. Im Dortmunder Rezess vereinbarten beide Seiten stattdessen, Jülich-Kleve gemeinsam durch die Possedierenden Wolfgang Wilhelm und Ernst zu verwalten, gegen kaiserlichen Widerspruch. Unterstützung erhielten sie von Pfalz-Zweibrücken, der Protestantischen Union, Moritz von Hessen und Heinrich IV. von Frankreich. Der Kommandant der Festung Jülich, Reuschenberg, erkannte die Possedierenden nicht an und ließ Erzherzog Leopold mit kaiserlichen Söldnern einziehen, der aber kaum reale Macht besaß. Der Konflikt gewann eine militärische Komponente, während sich Ernst und Wolfgang Wilhelm zunehmend entfremdeten und Heinrich IV. ein Eingreifen Spaniens fürchtete.

Bis Sommer 1610 standen über 30.000 Soldaten aus Union, Frankreich, England und den Generalstaaten vor Jülich, während katholische Kräfte unter Erzherzog Albrecht in Luxemburg und in Spanien mobilisierten und die Katholische Liga sich formierte. Am 14. Mai 1610 wurde Heinrich IV. ermordet, seine Witwe Maria de'Medici suchte die Entspannung mit Spanien, hielt aber das Bündnis mit der Union aufrecht. Am 1. August 1610 begann die Belagerung Jülichs, einen Monat später musste Reuschenberg übergeben, der geplante Überfall auf die Spanischen Niederlande blieb aus, der Konflikt war beendet.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Jülich-Klevischer ErbfolgestreitVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270352327redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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