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Karl I. (Neapel)

König von Sizilien

er Papst suchte im Kampf gegen die Staufer Unterstützung bei europäischen Königshäusern. Karl lehnte zunächst ab, doch Ludwig IX. änderte 1258 seine Haltung, nachdem Manfred den Thron in Palermo gegen Konradin usurpiert hatte. Papst Urban IV. überzeugte 1261 den französischen König, und 1263 gab dieser sein Einverständnis zu einem Feldzug. Karl wurde 1265 mit dem Königreich Neapel-Sizilien belehnt und am 6. Januar 1266 in Rom gekrönt. Er tötete Manfred in der Schlacht bei Benevent und zog in Neapel ein. 1268 zog Konradin gegen ihn, wurde aber am 23. August in der Schlacht bei Tagliacozzo vernichtend geschlagen, gefangen genommen und am 29. Oktober 1268 in Neapel enthauptet.

Als König von Sizilien verfolgte Karl Pläne für ein großes Mittelmeerreich. 1267 schloss er in Viterbo mit Balduin II. einen Vertrag zur Rückeroberung Konstantinopels und erhielt die Oberhoheit über Morea, Epirus und Korfu. Er verhinderte drei Jahre lang eine Papstwahl, um seine Pläne nicht zu gefährden, und entsandte 1270 Truppen auf den Peloponnes. Der Kreuzzug seines Bruders Ludwig IX. nach Tunis durchkreuzte jedoch seine Ziele; Ludwig starb dort, während Karl einen Tribut vom Sultan erreichte. 1271 wurde mit Gregor X. ein Papst gewählt, der ihm distanziert gegenübertrat. 1272 konnte Karl nur Durazzo einnehmen. Um den Papst wieder an sich zu binden, förderte er 1273 die Wahl seines Neffen Philipp III. zum römisch-deutschen König, doch Gregor unterstützte stattdessen Rudolf von Habsburg, der sich durchsetzte.

Am 30. März 1282 brach in Palermo und Corleone eine Revolte gegen die französischen Beamten aus, die sich rasch ausbreitete. Karl nahm den Aufstand erst ernst, als am 30. August 1282 der aragonesische König Peter III. bei Trapani landete und sich zum König proklamieren ließ. Ein geplantes Duell in Bordeaux im Juni 1283 kam nicht zustande. Im Juli 1283 wurde Karls Flotte bei Malta vernichtet. Sein Sohn erlitt am 5. Juni 1284 in der Bucht von Neapel eine schwere Niederlage und geriet in Gefangenschaft. Karl selbst starb am 7. Januar 1285 in Foggia. Die Sizilianische Vesper brachte seine Pläne für ein Großreich zu Fall; seine Nachkommen konnten sich nur noch in Süditalien behaupten, und der Verlust Siziliens an Aragon markierte den Beginn der katalanischen Dominanz im westlichen Mittelmeer.

Karl von Anjou gilt als eine der umstrittensten Persönlichkeiten der mittelalterlichen Geschichte Europas. Ihm haftet bis heute das Bild des päpstlichen Henkers der Staufer an, und Dante brachte ihn sogar mit dem Tod von Thomas von Aquin in Verbindung. Doch nicht alle Chronisten urteilten negativ; Salimbene lobte ihn als ausgezeichneten Feldherrn. Unbestritten ist sein dominierender Einfluss auf die Politik: Er füllte das Machtvakuum in Italien nach dem Ende der Staufer aus und machte sowohl den französischen König als auch den Papst zu Werkzeugen seiner Interessen. Bedingt durch die kaiserlose Zeit wurde er zum mächtigsten Herrscher seiner Zeit, was ihn laut Kienast zum ungekrönten Kaiser des Abendlandes machte.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Karl I. (Neapel)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 263547691redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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