Karl Theodor von Dalberg
Erzbischof von Mainz, Fürstprimas, Bischof von Konstanz
ls Bischof stand Dalberg den Diözesen Konstanz, Worms, Mainz und Regensburg vor. Als Erzbischof und Kurfürst von Mainz hatte er das Amt des Reichserzkanzlers inne und stand protokollarisch gleich hinter dem Kaiser. Durch den Reichsdeputationshauptschluss fiel das Kurfürstentum 1803 an Frankreich. Als einziger der geistlichen Kurfürsten wurde Dalberg mit neu geschaffenen Fürstentümern entschädigt, mit Aschaffenburg und Regensburg bis 1810 sowie der Grafschaft Wetzlar. Nach der Gründung des Rheinbunds 1806 wurde er dessen Fürstprimas, sein Staat wurde um die Freie Reichsstadt Frankfurt am Main und säkularisierten Besitz im Spessart erweitert. 1808 gründete er in Aschaffenburg die Karls-Universität. 1810 musste er auf Regensburg verzichten, das an das Königreich Bayern fiel, und erhielt als Ausgleich Fulda und Hanau. Das Großherzogtum Frankfurt bestand aus den Departements Frankfurt, Hanau, Aschaffenburg und Fulda und bestand bis 1813. Von 1813 bis 1815 blieb er nur noch Rektor der Karls-Universität und behielt seine geistlichen Würden bis zu seinem Tod 1817 in Regensburg.
Dalberg blieb als einziger geistlicher Fürst als Kurfürst-Erzbischof von Mainz von der Säkularisation verschont und behielt die Rechte eines weltlichen Herrschers. Als Reichserzkanzler sollte er seinen Sitz an den Ort des Reichstages nach Regensburg verlegen. Die Verhandlungen über seine Entschädigung führte der kurmainzische Staatsminister Franz Joseph von Albini mit dem französischen Gesandten Antoine de Laforêt, der seine Weisungen direkt von Napoleon erhielt. Albini konnte Dalberg ein Staatsgebiet sichern, das das Gebiet des ehemaligen Hochstifts Regensburg, die Reichsabteien St. Emmeram, Obermünster und Niedermünster sowie die Reichsstadt Regensburg einschloss. Bereits am 24. November 1802 rückte ein militärisches Kontingent Dalbergs in Regensburg ein. Die Stadt war als Fürstentum Regensburg hoffnungslos verschuldet und hatte etwa 22.000 Einwohner, von denen nur 8.000 steuerpflichtig waren. Dalberg selbst traf erst einen Monat später ein und bezog ein umgebautes Palais am Domplatz.
Der Reichsdeputationshauptschluss übertrug 1803, nachdem Mainz endgültig an Frankreich gefallen war, die Ämter des Mainzer Kurfürsten, des Reichserzkanzlers, des Erzbischofs von Mainz und des Primas für Deutschland von Mainz auf das Bistum Regensburg. Die Metropolitanrechte des neuen Erzbistums sollten sich zukünftig auf das gesamte rechtsrheinische Heilige Römische Reich erstrecken, ausgenommen die Hoheitsgebiete Preußens und Österreichs. Regensburg wurde als Sitz gewählt, weil sich dort der Reichstag versammelte, und § 25 des Reichsrezesses verband die Würden eines Kurfürsten, Reichs-Erzkanzlers, Metropolitan-Erzbischofs und Primas von Deutschland dauerhaft mit dem Regensburger Bischofsstuhl. Dazu wurde aus den Gebieten des Fürstentums Aschaffenburg, der Reichsstadt Wetzlar und dem Fürstentum Regensburg das Kurfürstentum errichtet. Da der bisherige Bischof von Regensburg, Joseph Konrad von Schroffenberg-Mös, noch lebte, beschränkte sich Dalberg zunächst auf seine Staatsgeschäfte.