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Königreich Bayern

ehemaliger europäischer Staat (1805 bis 1918), Teil des Deutschen Reiches nach 1871

Vom Kurfürstentum zum Königreich

ach dem Frieden von Lunéville 1801 verlor Kurpfalz-Bayern seine linksrheinischen Gebiete, erhielt aber 1803 beim Reichsdeputationshauptschluss Teile Frankens und Schwabens. 1805 band sich Bayern durch den Bogenhausener Vertrag an Frankreich. Während die bayerische Armee österreichische Truppen bei Iglau festhielt, gewann Napoleon die Schlacht von Austerlitz. Die Verträge von Brünn und der Friede von Preßburg brachten Bayern großen Landgewinn, darunter ganz Tirol und Vorarlberg, die Markgrafschaft Burgau, die Reichsstadt Augsburg und das Gebiet um Lindau. Auch Ansbach, Eichstätt und das Passauer Ilzland wurden Teil des neuen Bayern.

MünchenOrt auf der Karte 164848.1333 N, 11.5667 OAuf der Karte zeigen

Verfassung und Staatsaufbau

1818 erließ Maximilian I. Joseph eine neue Verfassung, die im Gegensatz zu der von 1808 auch eine Volksvertretung regelte und politische Freiheiten hinzufügte. Sie sah zwei Kammern vor: eine für Geistlichkeit, Adel und königliche Ernennungen, eine zweite nach indirektem Zensuswahlrecht. Damit wurde Bayern zur konstitutionellen Monarchie. Diese Verfassung blieb, mit Ergänzungen, bis zum Ende der Monarchie 1918 in Kraft, also genau 100 Jahre lang.

Zwischen Österreich und Preußen

Zu Beginn der Deutschen Einigungskriege stand Bayern noch abseits. Nach dem Bundesbeschluss vom 14. Juni 1866 gegen Preußen begann der Deutsche Krieg. Bayern kämpfte im Mainfeldzug an der Seite Österreichs und erlitt bei Uettingen am 26. Juli eine schwere Niederlage. Die Gebietsverluste blieben jedoch gering, im Berliner Friedensvertrag vom 22. August 1866 trat Bayern nur wenige Gebiete an Preußen ab.

Beitritt zum Deutschen Reich

Mit den Novemberverträgen von 1870 wurde Bayerns Beitritt zum Norddeutschen Bund vorbereitet. Bismarck wollte, dass die Bundesfürsten dem preußischen König Wilhelm I. die Kaiserkrone antrugen, und entwarf dazu einen Kaiserbrief. Ludwig akzeptierte zögerlich den Kaisertitel für den preußischen König und unterschrieb den Brief. Nur widerwillig und verspätet ratifizierte der bayerische Landtag die Reichsverfassung vom 1. Januar 1871. Am 21. Januar nahm der Landtag den Vertrag mit 102 zu 48 Stimmen an, und Ludwig II. setzte die Ratifizierung am 30. Januar 1871 rückwirkend zum Jahresbeginn in Kraft.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Königreich BayernVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270523059redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Jebulonentstanden 2013CC0Quelle