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Karls-Universität

älteste und größte Universität Tschechiens (gegründet 1348)

nter Karl IV. und seinem Sohn Wenzel IV. erlebte Prag in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts eine Hochzeit. Papst Clemens VI. erteilte am 26. Januar 1347 das Privileg zur Gründung. Am 7. April 1348 wurde die Karls-Universität durch einen Stiftungsbrief Karls IV. nach dem Vorbild der Pariser Universität als erste Universität im östlichen Mitteleuropa gegründet. Karl IV. unterzeichnete den Stiftungsbrief als böhmischer König und bestätigte das Privileg im Namen des Heiligen Römischen Reiches durch das Eisenacher Diplom vom 14. Januar 1349. Studierende kamen aus Böhmen, Sachsen, Bayern, Schlesien und dem übrigen Reichsgebiet sowie aus Frankreich, England und Italien. Die Universität hatte vier Fakultäten und war in vier Nationes gegliedert: Böhmen, Polen, Bayern und Sachsen. Die ersten Graduierungen erfolgten 1359, die Rechtsfakultät wurde 1372 ausgelagert.

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Die Artistenfakultät wurde zum Zentrum der Hussiten und der Utraquisten. Zwischen 1417 und 1430 konnten keine Graduierungen vorgenommen werden. Nach dem Tod Johann von Seelaus 1422 wurden Magister verhaftet und verbannt, Kollegien und Kirchen zerstört. Erst 1431 beruhigte sich die Lage, Graduierungen fanden aber erst 1440 wieder statt. 1447 führte das wechselseitige Interesse an Aussöhnung mit dem Papst zur Anerkennung des Laienkelchs in Böhmen und Mähren und zur Wiederaufnahme des Lehrbetriebs. 1448, als Prag durch die Partei Georg von Podiebrads erobert wurde, brach neuer Streit aus, und die meisten Nicht-Böhmen verließen die Universität. Sie beschränkte sich fortan auf die Artistenfakultät. Während der Hussitenkriege hatte die Universität die Mehrzahl ihrer Vermögenswerte verloren. Nach 1500 wurde ihr Zustand als beklagenswert kritisiert, der Pfarrer der Teynkirche Jakob nannte sie ein rostiges Juwel.

1638 wurden die medizinische und die juristische Fakultät begründet. Kaiser Ferdinand III. vereinigte 1654 das Clementinum mit der Karls-Universität. Die Universität trug fortan bis zum Ende der Habsburgermonarchie 1918 den Namen Universitas Carolo-Ferdinandea. 1718 wurde der barocke Umbau am Karolinum vollendet, 1724 Astronomischer Turm, Spiegelkapelle und Bibliothekssaal am Clementinum, unter Leitung von Franz Maximilian Kaňka. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens wurde die Universität 1773 eine staatliche Einrichtung. Unter Kaiser Josef II. begann 1781 eine tiefgreifende Universitätsreform, erstmals seit 1622 wurden Nichtkatholiken wieder zugelassen. 1784 wurde die eigene Gerichtsbarkeit aufgehoben und Deutsch zur Hauptunterrichtssprache erklärt. Im Zuge der Revolution von 1848/1849 kam es zum Prager Pfingstaufstand, an dem sich deutsche und tschechische Studierende und Professoren beteiligten und eine Erhöhung tschechischsprachiger Lehrveranstaltungen forderten.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Karls-UniversitätVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270643661redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Stanislav Dusíkentstanden 2008CC BY-SA 4.0Quelle