Kiel
Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein, Deutschland
Gründung und Zugehörigkeit zum Reich
as Gebiet an der Kieler Förde gehörte seit der Unterwerfung der Sachsen durch Karl den Großen zunächst zum Frankenreich und dann zu Holstein. Kiel wurde zwischen 1233 und 1242 von Graf Adolf IV. von Holstein gegründet, der kurz zuvor die Herrschaft über die zeitweilig an Dänemark verlorene Grafschaft zurückgewonnen hatte.
Unter dänischer Herrschaft, doch Teil des Reiches
Seit 1460 wurde Kiel vom dänischen König in seiner Eigenschaft als Herzog von Holstein regiert, blieb damit staatsrechtlich weiterhin ein Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, nicht Dänemarks. Die Reformation begann in Kiel 1526, als der Kieler Bürgersohn Marquard Schuldorp, der bei Martin Luther in Wittenberg studiert hatte, seinen Dienst als Vikar antrat.
Fortdauer im dänischen Gesamtstaat
Peters Witwe, die Zarin Katharina die Große, überließ 1773 die Reste der gottorfschen Anteile in Holstein und damit auch Kiel dem dänischen König. Dieser regierte die Stadt fortan wieder als Herzog von Holstein; Kiel gehörte also staatsrechtlich weiterhin zu Deutschland, nicht zu Dänemark, war aber zugleich Bestandteil des dänischen Gesamtstaats.
Übergang zum Marinehafen
1864 kam es zur Eroberung Schleswig-Holsteins durch Preußen und Österreich im Deutsch-Dänischen Krieg; Kiel wurde zunächst von Preußen und Österreich gemeinsam verwaltet. 1865 ordnete der preußische König die Verlegung der Marinestation der Ostsee von Danzig nach Kiel an. Österreich und Preußen vereinbarten am 14. August 1865 in der Gasteiner Konvention, eine Bundesflotte aufzubauen und Kiel zum Bundeshafen zu machen.