Liutprand von Cremona
italienischer Historiker, Diplomat und Bischof von Cremona
Leben
iutprand wurde am Hof in Pavia erzogen und diente zunächst Berengar II., der ihn als Gesandten nach Konstantinopel schickte. Nach seiner Rückkehr fiel er bei Berengar in Ungnade und stellte sich in den Dienst Otto I., an dessen Hof er 956 erstmals nachweisbar ist. 961 wurde er Bischof von Cremona. Er war an der Kaiserkrönung Ottos I., der Absetzung Papst Johannes XII. und weiteren Ereignissen beteiligt. 968 führte er eine Gesandtschaft nach Konstantinopel, um eine Ehe Ottos II. mit einer Prinzessin zu verhandeln, was an der Herrschaft über Capua und Benevent scheiterte.
Am Hofe Konstantins VII.
Über Liutprands erste Gesandtschaftsreise nach Konstantinopel, die vom 17. September 949 bis wenigstens zum 31. März 950 dauerte, existiert ein detaillierter Bericht am Ende der Antapodosis. Er beschreibt das Zeremoniell beim Empfang auswärtiger Gäste sowie ein Gastmahl mit Akrobaten und einer mechanischen Vorrichtung für goldene Fruchtschalen. Auch die feierliche Verteilung von Geldgeschenken, an der er selbst teilnahm, wird geschildert. Kaiser war damals Konstantin VII., ein gebildeter Monarch, dem Liutprand Hochachtung entgegenbrachte.
Am Hofe Nikephoros' II. Phokas
Im Auftrag Ottos reiste Liutprand vom 4. Juni bis zum 2. Oktober 968 erneut nach Konstantinopel, um ein Ehebündnis für Ottos Sohn zu verhandeln. Die Verhandlungen scheiterten an der Herrschaft über Capua und Benevent, deren Huldigung Otto Ende 967 entgegennahm. Erschwert wurde die Lage durch Ottos Anspruch, als römischer Kaiser zu gelten, worüber Nikephoros nur Spott hatte. Der Kaiser übergab Liutprand demonstrativ beleidigende Geschenke, nämlich zwei Rehe, und wies ihm bei Banketten herabwürdigende Sitzplätze zu.