Lothar II. (Lothringen)
fränkischer König
urz vor seinem Tod 855 teilte Lothar I. sein Reich, das Lotharii Regnum oder Mittelreich, zwischen seinen drei Söhnen in der Reichsteilung von Prüm auf. Lothar II. bekam Lotharingien. Lothars Leben war vor allem geprägt von der Kinderlosigkeit seiner Frau. Im Jahr 855 heiratete Lothar Theutberga, die Tochter des Grafen Boso von Arles. Da die Ehe jedoch kinderlos blieb, trennte sich Lothar 860 von seiner Frau, um 862 seine Mätresse Waldrada zu heiraten, mit der er bereits einen Sohn, Hugo, hatte. Obwohl die Aachener Synoden von 860 und 862 das Vorgehen des Königs absegneten, führte dies zu einem langwierigen Streit.
Erzbischof Hinkmar von Reims prangerte in einer Denkschrift diesen Beschluss an, woraufhin Papst Nikolaus I. sich in die Sache einschaltete. Der Papst widerrief die Entscheidung und exkommunizierte die Erzbischöfe Gunthar von Köln und Theutgaud von Trier. 868 exkommunizierte Papst Nikolaus auch Waldrada. Papst Hadrian II. erlaubte schließlich Lothar, seine Angelegenheit persönlich in Rom vorzutragen. Das Treffen mit Papst Hadrian II. kam im Juli 869 auf Monte Cassino zustande. Der Papst lehnte es ab, Lothars zweite Ehe anzuerkennen.
Auf der Weiterreise starb Lothar II. in Piacenza und wurde in der Kirche Sant’Antonino begraben. Nach Lothars Tod wurde das Mittelreich 870 im Vertrag von Meersen zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen aufgeteilt.