Lotharii Regnum
historischer Staat, mittlerer Teil des Frankenreichs Karls des Großen und Karls III.
och zu Lebzeiten teilte Lothar sein Reich im September 855 in der Teilung von Prüm unter seinen drei Söhnen auf. Lothar II. erhielt Lotharingien mit Friesland, den Niederlanden und dem Rheinland im Norden, Karl erhielt Burgund und Provence im Südwesten, Ludwig II. erhielt Italien im Südosten.
Italien und damit die römische Kaiserwürde erbte Ludwig II. Nach seinem Tod im Jahr 875 fielen Italien und der Kaisertitel an das Westfrankenreich Karls des Kahlen. Später ging Italien an das Ostfrankenreich Karlmanns über, bis es schließlich 961 Otto der Große errang.
Die Provence und der größere Teil Burgunds fielen an Karl von der Provence. Nach dessen kinderlosem Tod 863 wurde sein Erbe unter seinen älteren Brüdern geteilt. Nach weiteren Erbfolgen entstanden 879 im Süden das Königreich Niederburgund unter Boso von Vienne und nach dem Tod Karls des Dicken 888 im Norden das Königreich Hochburgund unter dem Welfen Rudolf I. Unter Otto dem Großen wieder vereinigt, wurde das Königreich Burgund 1033 unter Kaiser Konrad II. Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches.
Nachfolger Lothars I. als König im Norden wurde Lothar II., nach dem das Gebiet Lotharingien benannt wurde. Nach seinem Tod 869 wurde es 870 im Vertrag von Meerssen zwischen seinen Onkeln Ludwig dem Deutschen und Karl dem Kahlen geteilt. 879 und 895 wechselte die Herrschaft mehrfach, bis nach dem Tod Ludwigs des Kindes 911 die lotharingischen Adligen Karl den Einfältigen als Oberherrn anerkannten. Gottfried von Jülich nahm 925 Lothringen vom ostfränkischen König Heinrich I. zum Lehen. Seit dieser Zeit gehörte das Herzogtum Lothringen zum ostfränkisch-deutschen Reich und wurde 959 in Oberlothringen und Niederlothringen geteilt.