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Herzogtum Lothringen

historischer Staat

ach dem Tod Ludwigs des Frommen wurde das Fränkische Reich 843 im Vertrag von Verdun aufgeteilt. Das Mittelreich fiel an Lothar I. und wurde als Lotharii Regnum bezeichnet. 855 spalteten seine Söhne dieses Reich in der Prümer Teilung erneut auf, Lothar II. erhielt das Gebiet zwischen Maas und Rhein, das seinen Namen als Lotharingien erhielt. Nach seinem Tod wurde es 870 im Vertrag von Mersen zwischen Ost- und Westfrankenreich geteilt. Karl der Kahle unterlag 876 bei Andernach seinem Neffen Ludwig III., der 880 im Vertrag von Ribemont auch den Westteil für das Ostfrankenreich gewann. Zwischen 900 und 911 zerfiel die Zentralgewalt, Lotharingien schloss sich 911 wieder dem Westfrankenreich an. 925 unterwarf sich Herzog Giselbert König Heinrich I., der Lothringen als fünftes Stammesherzogtum ins Ostfrankenreich eingliederte. 942 musste Ludwig IV. endgültig auf das Herzogtum verzichten.

Herzogtum LothringenTerritorium auf der Karte 164848.6928 N, 6.1836 OAuf der Karte zeigen

959 wurde das Herzogtum in Ober- und Niederlothringen geteilt. Niederlothringen zerfiel zwischen 1210 und 1360 in die Herzogtümer Luxemburg, Limburg, Jülich und Brabant sowie zahllose weitere Herrschaften. Von Oberlothringen spaltete sich nur das Herzogtum Bar ab, der Rest blieb als Herzogtum Lothringen mit Hauptstadt Nancy eine politische Einheit. Metz, Toul und Verdun wurden freie Reichsstädte. 1380 wurde eine Hälfte des Herzogtums Bar wiedervereinigt. Zwischen 1430 und 1473 erwarben die Herzöge von Burgund den größten Teil Niederlothringens, der 1477 an die Habsburger und später an Spanien und die Niederlande fiel. Als Karl der Kühne von Burgund 1475 auch Lothringen eroberte, besiegte ihn die Schweizer Eidgenossenschaft 1477 bei Nancy, womit die Unabhängigkeit Lothringens im Reich wiederhergestellt war. Herzog Anton der Gute lockerte 1542 im Vertrag von Nürnberg die Bindung ans Reich.

1552 verkaufte Moritz von Sachsen das Reichsvikariat über Metz, Toul und Verdun an Frankreich. Der Krieg um diese Städte dauerte bis 1556, als Ferdinand I. ihn beendete, die Städte blieben jedoch bis zum Westfälischen Frieden 1648 de jure Reichsterritorien. 1633 wurde Lothringen auf Geheiß Richelieus besetzt. Im Frieden von Vincennes 1661 wurde der Abzug der Franzosen festgelegt, wobei Frankreich strategische Orte behielt und Lothringen in drei Territorien zerfiel. Franz Stephan von Lothringen tauschte sein Land 1735 gegen die Toskana, um Maria Theresia zu heiraten, und wurde 1745 als Franz I. Kaiser. Stanislaus I. Leszczyński erhielt Lothringen auf Lebenszeit; nach seinem Tod am 23. Februar 1766 fiel es an Frankreich unter Ludwig XV. Mit der Französischen Revolution wurde die Region aufgelöst.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Herzogtum LothringenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270422199redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Gustav Droysenentstanden 1886Public domainQuelle