Kontextartikel2 Min. Lesezeit

Armand-Jean du Plessis, duc de Richelieu

französischer Kardinal und Staatsmann (1585–1642)

Der Kampf gegen die Hugenotten

ie Hugenotten bildeten im Frankreich Ludwigs XIII. beinahe einen Staat im Staate. Durch das Edikt von Nantes verfügten sie über eigene Städte und Befestigungen sowie über Subsidien ihres Verbündeten England. Nach der Ermordung Heinrichs IV. kam es wiederholt zu Unruhen und militärischen Auseinandersetzungen. Nach dem Fall von La Rochelle nach über einjähriger Belagerung 1628 beließ Richelieu den Hugenotten im Gnadenedikt von Alès von 1629 ihre Kultfreiheit, nahm ihnen aber ihre militärischen Privilegien.

Bündnisse gegen die habsburgische Vormacht

Um die spanische Vormachtstellung in Europa zu brechen, nutzte Richelieu das kostspielige Engagement Spaniens im Dreißigjährigen Krieg und im Achtzigjährigen Krieg gegen die Vereinigten Niederlande. Zunächst plante er, sich des Söldnerführers Ernst von Mansfeld zu bedienen. Mit den Generalstaaten kam im Vertrag von Compiègne im Juni 1624 ein Subsidien-Bündnis zustande, dem sich auch König Jakob I. von England und Schottland anschloss. So verknüpfte Richelieu die Liga von Lyon, ein Bündnis Frankreichs, Venedigs und Savoyens, mit den evangelischen Mächten Niederlande und England gegen das Haus Habsburg der österreichischen und vor allem der spanischen Linie, von denen er Frankreich eingekreist sah.

Krieg an der Seite Schwedens

Nach dem Tod des Schwedenkönigs und der Niederlage der schwedischen Truppen in der Schlacht bei Nördlingen sah sich Richelieu 1635 gezwungen, Frankreich mit eigenen Truppen an der Seite des protestantischen Schweden in den Krieg gegen die katholischen Habsburger zu führen. Am 19. Mai 1635 erfolgte die Kriegserklärung an Spanien. Da Frankreich militärisch schwach war, schloss Richelieu am 27. Oktober 1635 mit Bernhard von Sachsen-Weimar den Vertrag von Saint-Germain-en-Laye und sicherte ihm jährlich 4 Millionen Livres zu. Dessen Heer agierte 1636 im Elsass und der Franche-Comté erfolgreich gegen das kaiserliche Reichsheer unter Matthias Gallas und verhinderte dessen Vorstoß ins Innere Frankreichs.

Der Kampf gegen die iberischen Habsburger

1640, gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges, versuchte Richelieu, die iberische Linie der Habsburger durch einen Angriff auf Perpignan zu schwächen. Aus diesem Grund unterstützte er auch Rebellen in Katalonien und Portugal gegen die Zentralmacht in Madrid mit Geld, Waffen und eigenen Soldaten. Anna von Österreich, die Frau Ludwigs XIII., war über diese Strategie sehr bestürzt. Ab 1642, gesundheitlich schon angeschlagen, arbeitete Richelieu für die Vermittler, die Frankreich bei den künftigen Friedensverhandlungen vertreten sollten. Seine Vision war ein neu geordnetes Europa unter der Hegemonie der französischen Krone anstelle der habsburgischen Universalmonarchie.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Armand-Jean du Plessis, duc de RichelieuVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269801837redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Philippe de Champaigneentstanden 1633–1640Public domainQuelle