Bernhard von Sachsen-Weimar
Feldherr des Dreißigjährigen Kriegs (1604-1639)
ernhard begann seine kriegerische Laufbahn nach Ausbruch des böhmischen Krieges unter Ernst von Mansfeld. Er kämpfte 1622 bei Mingolsheim, dann bei Wimpfen unter Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach und 1623 mit seinem Bruder Wilhelm unter Christian von Braunschweig bei Stadtlohn. Als sich die Niederlage Friedrichs von der Pfalz abzeichnete, trat er 1625 als Oberst in das Heer des Königs Christian IV. von Dänemark ein. Nach einer Niederlage 1627 in Holstein versuchte er, in die Dienste des Kaisers zu gelangen, und nahm dann am Krieg in Holland teil.
Als Gustav Adolf 1630 in Deutschland erschien, trat Bernhard sogleich auf die Seite des Schwedenkönigs. Nach der Schlacht bei Lützen, in der er nach Gustav Adolfs Tod den Oberbefehl übernahm, erhielt er 1633 die Belehnung mit dem Herzogtum Franken. Am 4. November 1633 eroberte sein Heer Regensburg. Nach Wallensteins Ermordung im Februar 1634 kam es zu Kämpfen um Regensburg, das die Kaiserlichen zurückeroberten. Der verspätete Abzug aus Landshut wurde zum strategischen Fehler. In der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 wurden die Heere unter Bernhard und Horn vernichtend geschlagen; Bernhard verlor sein Herzogtum Franken, baute aber ein neues Heer, die Weimaraner, auf.
Nach Rückschlägen gegen Matthias Gallas ging Bernhard 1635 ein Bündnis mit Frankreich unter Kardinal Richelieu ein, das ihm Subsidien und die Zusicherung des Elsass einbrachte. 1638 gelang ihm sein erfolgreichster Feldzug: nach dem Sieg in der Schlacht bei Rheinfelden am 21. Februar beziehungsweise 3. März eroberte er weitere Städte und belagerte schließlich Breisach, das am 17. Dezember 1638 kapitulierte. Bernhard wollte Breisach für sich behalten und lehnte sowohl Richelieus Ansprüche als auch die angebotene Heirat mit dessen Nichte ab.
Während der Vorbereitungen für einen neuen Feldzug starb Bernhard am 18. Juli 1639 in Neuenburg am Rhein. Sein Testament bestimmte, dass die eroberten Lande beim Deutschen Reich verbleiben sollten, doch Frankreich, Österreich und Schweden stritten um sein Erbe. Der Weimaraner Kommandant von Breisach, Johann Ludwig von Erlach, überließ Frankreich schließlich Bernhards Eroberungen und die Söldner. Bernhards Leichnam wurde am 15. September 1655 nach Weimar gebracht.