Ludwig III. (Ostfrankenreich)
König des Ostfrankenreiches
udwig war der zweite Sohn Ludwigs des Deutschen und seiner Gemahlin Hemma aus dem Geschlecht der Welfen. Bei der Reichsteilung 843 erhielt sein Vater das größte ostfränkische Teilreich mit Franken, Sachsen und Thüringen. Anfang 854 zog Ludwig der Jüngere im Rahmen eines Vorstoßes seines Vaters ins Westfrankenreich mit einem Heer aus Thüringern, Alemannen und Baiern bis nach Limoges, ein Kampf mit dem Heer Karls des Kahlen blieb jedoch aus. Da er in Aquitanien nur wenig Unterstützung fand, lenkten er und sein Vater in Verhandlungen ein. 865 oder 866/67 legte Ludwig der Deutsche fest, dass nach seinem Tod sein Sohn Karlmann Baiern und die östliche Mark, Ludwig der Jüngere die fränkischen Gebiete sowie Thüringen und Sachsen und sein Bruder Karl III. Alemannien mit Churrätien erhalten solle. 870 kam mit dem Vertrag von Meerssen auch das östliche Lotharingien unter die Herrschaft Ludwigs des Deutschen.
Nach dem Tod seines Vaters 876 übernahm Ludwig der Jüngere in den ihm zugewiesenen Gebieten mit seinen Brüdern die Herrschaft im Ostfrankenreich. In der Schlacht bei Andernach am 8. Oktober 876 verteidigte er seinen Anteil Lotharingiens und schlug den westfränkischen König Karl den Kahlen, wodurch er dessen Expansionsversuche nach Lotharingien beendete. 880 kam es mit den Enkeln Karls des Kahlen, Ludwig III. und Karlmann, zum Vertrag von Ribemont, durch den Ludwig auch die Herrschaft über das westliche Lotharingien erhielt. Nach dem Tod seines Bruders, des baierischen Königs Karlmann, im selben Jahr 880 bekam Ludwig zudem die Herrschaft über das frühmittelalterliche Königreich Bayern.
Ludwigs Verlöbnis mit der Tochter des Seneschalls Adalhard wurde 865 auf Druck seines Vaters wieder aufgelöst. Vor dem 29. November 874 heiratete er in Aschaffenburg Liutgard von Sachsen, Tochter des Grafen Liudolf aus dem Haus der Liudolfinger. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, Ludwig und Hildegard, letztere wurde 895 wegen einer Verschwörung gegen König Arnulf ins Kloster Frauenchiemsee verbannt. Zudem hatte Ludwig III. einen unehelichen Sohn namens Hugo, der bei Thiméon gegen die Normannen fiel und zunächst im Kloster Lorsch beigesetzt wurde. Da Ludwig III. der Jüngere keinen ihn überlebenden männlichen Nachkommen hatte, fiel sein Herrschaftsgebiet nach seinem Tod an seinen Bruder Karl III. den Dicken. Ludwig selbst wurde im Kloster Lorsch begraben.
Weil er die ab 879 wieder beginnenden Wikingereinfälle nicht wirksam unterbinden konnte, bezeichnete ihn der westfränkische Erzbischof Hinkmar von Reims in seinen Annalen als unfähigen König. Durch seinen Sieg über Karl den Kahlen sicherte Ludwig der Jüngere jedoch die Zugehörigkeit Lotharingiens und des Rheinlandes zum Ostreich, aus dem sich später das Heilige Römische Reich entwickelte. Diese Grenze sollte sich bis ins Spätmittelalter kaum verändern.