Ludwig V. (Bayern)
Herzog von (Ober-)Bayern, Markgraf von Brandenburg und Graf von Tirol
udwigs Vater hatte als erster Wittelsbacher 1314 das römisch-deutsche Königtum errungen und dabei Brandenburg, Tirol, Holland, Seeland und den Hennegau erworben. Nach seinem Tod 1347 fielen diese Besitzungen an seine sechs Söhne, darunter Ludwig V. den Brandenburger. Dieses Jahr markierte einen Einschnitt in der europäischen Geschichte: Der Schwarze Tod verbreitete sich über den Kontinent, seit 1337 tobte zugleich der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich, und 1378 spaltete das Avignonesische Schisma die Kirche für vierzig Jahre. Für diese Epoche, in der Ludwig geboren wurde, spricht man von der Krise des Spätmittelalters.
1323 wurde der erst achtjährige Ludwig gegen askanische Ansprüche mit der Mark Brandenburg belehnt, unter Vormundschaft Berthold VII. von Hennebergs. Die wittelsbachische Herrschaft war von Anfang an durch Spannungen geprägt, es kam zu Bischofsstreitigkeiten, einem Interdikt über Berlin und Cölln sowie zum Pommersch-Brandenburgischen Krieg. Nach der verlorenen Schlacht am Kremmer Damm 1332 musste Ludwig seine Ansprüche auf Pommern aufgeben. Ab 1333 regierte er mündig, näherte sich den Ständen an und wirkte 1338 am Kurverein von Rhense mit. Seit 1342 hielt er sich meist in Bayern und Tirol auf und ließ Brandenburg durch Statthalter, darunter den Nürnberger Burggrafen Johann II., verwalten, was wachsenden Widerstand der Stände hervorrief.
1342 heiratete Ludwig in Meran Margarete von Tirol, die zuvor ihren Gemahl Johann Heinrich von Luxemburg aus Tirol vertrieben hatte. Papst Clemens VI. erkannte die Ehe wegen naher Verwandtschaft nicht an, belegte beide mit dem Bann und verhängte ein Interdikt über Tirol. Gegen den Widerstand des einheimischen Adels und der Bischöfe setzte sich Ludwig als Regent durch und bestätigte den Tirolern im Großen Tiroler Freiheitsbrief 1342 ihre Rechte. Im Thronstreit mit Karl IV. wehrte Margarete 1347 einen Angriff auf Schloss Tirol ab, während Ludwig auf Preußenfahrt war; Karl brannte daraufhin Meran und Bozen nieder, wurde aber schließlich von Ludwig aus Tirol vertrieben.