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Mähren

eines der drei historischen Länder Tschechiens

ach dem Untergang des Großmährischen Reiches im Kampf gegen die Ungarn kam Mähren um 955 unter böhmische Oberhoheit und wurde 1031 endgültig böhmisch. Seither verläuft seine Geschichte fast ununterbrochen parallel zu jener Böhmens. 1182 wurde Mähren zur Markgrafschaft erhoben und damit reichsunmittelbar, 1197 aber wieder der böhmischen Lehnshoheit unterstellt. Das Königreich Böhmen wurde bis zum Aussterben der Přemysliden 1305 von dieser Dynastie regiert, danach bis 1437 vom Haus Luxemburg. Aus beiden Dynastien stammten auch die mährischen Markgrafen, darunter der spätere König Ottokar II. Přemysl, der spätere König und Kaiser Karl IV. und dessen Neffe Jobst von Mähren. Während der Hussitenzeit blieben die meisten mährischen Adligen dem katholischen Glauben und dem König und späteren Kaiser Sigismund von Luxemburg treu.

Karl IV., böhmischer König, Markgraf von Mähren und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, teilte sein Königreich in der Mitte des 14. Jahrhunderts in große Verwaltungseinheiten, in Urkunden als Kreis, kraj oder circulus bezeichnet. In Mähren bestanden seitdem zwischen zwei und sechs solcher Kreise, deren Zahl und Größe sich mehrfach änderten. Diese Einteilung galt bis 1862, verlor aber schon nach der Revolution von 1848 praktisch ihre Bedeutung für die Verwaltung.

Ab 1526 entstand im Raum Nikolsburg um Balthasar Hubmaier eine der ersten Gütergemeinschaften der Täuferbewegung, die nach Hubmaiers Hinrichtung 1528 durch Jakob Hutter fortbestand. Bis zu 60.000 Täufer lebten zeitweise in Mähren. Kurz darauf verbreitete sich auch die Lehre Martin Luthers, was zur Spaltung der Kirche führte. Während der Katholischen Reform und der Rekatholisierung, besonders durch die Jesuiten, wurden viele Kirchen wieder katholisch geweiht. Kaiser Karl VI. legte 1726 die Höchstzahl jüdischer Familien in Mähren auf 5106 fest und schränkte jüdische Eheschließungen stark ein. Hauptstadt und Sitz der Markgrafen war seit der Herrschaft der Luxemburger bis 1641 Olmütz, danach wurde Brünn Hauptstadt des Landes.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel MährenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270563995redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Björn Ehrlichentstanden 2007CC BY-SA 3.0Quelle