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Marsilius von Padua

italienischer Staatstheoretiker, Politiker und Publizist

arsilius arbeitete in den frühen 1320er Jahren in Paris an seinem Hauptwerk Defensor pacis, in dem er dem päpstlichen Anspruch auf weltliche Macht scharf entgegentrat. Der am 24. Juni 1324 vollendete Text enthielt antiklerikale Polemik und heftige Schmähungen gegen Johannes XXII. Aus den Quellen geht nicht hervor, wann die Schrift in Umlauf kam. Sobald er sich als Verfasser zu erkennen gab, musste Marsilius den Machtbereich der päpstlichen Gerichtsbarkeit verlassen. Spätestens 1326 verlegten er und sein Freund Jandun ihren Wohnsitz nach Deutschland.

Den Ausgangspunkt seiner Theorie bildet die Frage nach dem Besten für den Menschen. Marsilius bestimmt dieses Beste als einen befriedigenden Zustand der Lebensverhältnisse, das bürgerliche Glück, das als höchstes Wunschziel und Endzweck menschlichen Handelns gilt. Erreichbar sei dieses Optimum durch Ruhe und Frieden im Staat. Nur wenn diese Voraussetzung erfüllt sei, könnten Völker gedeihen, Wohlstand entstehen, Bildung ermöglicht und die Zivilisation veredelt werden. Das Gegenteil, die Zwietracht, führe zu den schlimmsten Schäden.

Im zweiten Teil des Defensor pacis wendet sich Marsilius gegen das, was seiner Ansicht nach dem Frieden und dem Gemeinwohl entgegensteht. Er erwartet Verfolgung durch die gewalttätige Macht der römischen Bischöfe und ihrer Helfer, die aus glühender Machtgier an weltlichen Ansprüchen festhalten. Um der Gegnerschaft den Boden zu entziehen, untersucht er die Bibelstellen, die zur Begründung des päpstlichen Anspruchs auf weltliche Macht dienen. Er analysiert die herkömmlichen Auslegungen als irrig und führt eigene Bibelzitate für seine Auffassung an.

Ein weiteres zentrales Thema ist die kirchliche Hierarchie. Marsilius vertritt ein egalitäres Verständnis der kirchlichen Ämter: die Apostel seien alle gleichrangig gewesen, Petrus habe keine Gewalt über die anderen und keine Weisungsbefugnis besessen. Dasselbe gelte für alle Bischöfe als Nachfolger der Apostel. Der römische Bischof könne sich daher nicht auf eine Nachfolge Petri berufen, um in der Kirche zu herrschen. Zudem sei nicht Petrus, sondern Paulus der erste Bischof von Rom gewesen. Die Ein- und Absetzung der Bischöfe falle somit nicht in die Zuständigkeit des Papstes.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Marsilius von PaduaVersionsgeschichteBearbeitungsstand 268825533redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Autor/-in unbekanntentstanden 1873Public domainQuelle