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Muslim

Angehöriger des Islams

ach islamischem Verständnis ist Muslim, wer das Glaubensbekenntnis Schahāda im vollen Bewusstsein gesprochen hat. Nach islamischem Recht ist dies bindend, wenn es vor zwei volljährigen muslimischen Zeugen geschieht. Jedes Neugeborene gilt zunächst als Muslim und wird erst durch äußere Einflüsse wie Erziehung möglicherweise vom Glauben abgebracht. Mit der Geschlechtsreife bekräftigen Gläubige dies erneut durch das Glaubensbekenntnis, etwa bei jedem Gebet. Ein Muslim gilt als Monotheist, der Mohammed als letzten Propheten Gottes anerkennt. Orthodoxe Muslime glauben, der Koran sei das durch den Erzengel Gabriel übermittelte Wort Gottes. Der Rechtsgelehrte asch-Schaibānī überliefert einen Hadith, wonach Muslime sich gegen Außenstehende unterstützen sollen und das Blut aller Muslime gleich viel wert sei.

Der Koran unterscheidet zwischen Muslimen, die sich nur formal zum Islam bekennen, und wirklichen Gläubigen, den mu'min. Das bloße Bekenntnis aslamnā gilt als Äußerung, während Glaube Äußerung und Tat zugleich ist. Während Mohammeds Wirken sicherte die verbale Annahme des Islam arabischen Stämmen zunächst, von den Muslimen nicht weiter bekämpft zu werden. Die Exegese deutet die Worte der Beduinen daher eher als Kapitulation aus Furcht vor Gefangenschaft denn als echte Unterwerfung unter Gott. Auch die Sufis unterscheiden zwischen einem Muslim, der sich nur äußerlich den Geboten unterwirft, und einem Gläubigen, der unerschütterlich glaubt und sich ständig vor seinem Schöpfer sieht.

In manchen Ländern diente der Begriff Muslim auch als ethnische Bezeichnung, etwa in der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien zwischen 1962 und 1992. In den 1960er Jahren erarbeiteten muslimische marxistische Historiker Werke zur Geschichte der bosnischen Muslime und legitimierten damit eine muslimische Staatsnation. Bei der Volkszählung von 1971 gab die Mehrheit der bosnischen Muslime ihre Nationalität als Muslim im Sinne einer Nation an, was 1974 in der jugoslawischen Verfassung anerkannt wurde. Da der Begriff sowohl Religion als auch Nationalität meinen konnte, schrieb man ihn bei nationaler Bedeutung groß und bei religiöser Bedeutung klein. Noch in den 1980er Jahren blieb für viele bosnische Muslime die nationale Identität eng mit dem Islam verbunden.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel MuslimVersionsgeschichteBearbeitungsstand 262201535redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Hamidreza Nikoomaramentstanden 2018CC BY 4.0Quelle