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Nürnberg

Großstadt in Bayern, Deutschland

Lage und Größe

ürnberg liegt im Regierungsbezirk Mittelfranken des Freistaats Bayern. Mit 531.159 Einwohnern laut Statistischem Landesamt am 31. Dezember 2025 beziehungsweise 547.913 Einwohnern laut Melderegister ist sie die mit Abstand größte Stadt Frankens. Mit den Nachbarstädten Fürth, Erlangen und Schwabach bildet Nürnberg mit etwa 820.000 Einwohnern eine der drei Metropolen in Bayern. Gemeinsam mit ihrem Umland bilden diese Städte den Ballungsraum Nürnberg mit etwa 1,4 Millionen Menschen und das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der über 3,6 Millionen Einwohner umfassenden Europäischen Metropolregion Nürnberg.

NürnbergOrt auf der Karte 164849.4539 N, 11.0775 OAuf der Karte zeigen

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Nürnberg in der Sigena-Urkunde aus dem Jahr 1050. Seine erste Blüte erlebte es ab 1219 als eigenständige Reichsstadt des Heiligen Römischen Reichs. Vor den starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und dem teils sehr vereinfachten Neuaufbau der Nachkriegszeit galt die mittelalterliche Nürnberger Altstadt als eine der bedeutendsten Europas. Zu den wichtigsten Wahrzeichen gehören Bauten entlang der Historischen Meile, vor allem die Nürnberger Burg sowie die fast vollständig erhaltene Stadtmauer. Heute zählt die Altstadt wieder zu den bekanntesten mittelalterlichen Denkmalszonen Europas.

Der Name

Das Grundwort des Stadtnamens ist das Gattungswort Berg. Die Herkunft des Vorderglieds Nürn- ist nicht geklärt. Die Deutung wird dadurch erschwert, dass die Schreibung in den frühen Zeugnissen stark schwankt: 1022 und 1061 Norenberg, 1050 Nŏrenberc, 1062 Nuorenberc, 1074 Nourenberg, 1113/16 Nurinberg. Der Beiname Noris kam im Humanismus auf. Erstmals bezeichnete Helius Eobanus Hessus Nürnberg als noris amoena, liebliche Noris. Der Arzt Johann Helwig personifizierte 1650 in einer Dichtung diesen Beinamen als mythische Nymphe Noris, die seitdem als bildungssprachliche Allegorie der Stadt häufig Verwendung findet.

Anfänge der Stadt

Erste slawische Siedlungsspuren in der Nähe des heutigen Hauptmarktes werden um das Jahr 850 datiert. Wann die Stadt gegründet wurde, ist nicht überliefert. Es könnte zwischen 1000 und 1040 im Zuge der Sicherung des Grenzgebietes zwischen Sachsen, Bayern, Ostfranken und Böhmen am Schnittpunkt wichtiger Straßen gewesen sein. Zu den frühen Siedlungszentren gehörten vermutlich zwei Königshöfe um St. Egidien und St. Jakob sowie das Areal zwischen Sebalduskirche und Burg. Die 1050 von Kaiser Heinrich III. ausgestellte Sigena-Urkunde enthält neben dem Datum nuorenberc als Ort der Ausstellung und ist damit die erste urkundliche Erwähnung Nürnbergs.

Als kaiserlicher Stützpunkt war die Nürnberger Burg bald bedeutsam für das Reich. 1065 bildete Heinrich IV. aus dem Reichsgut Nürnberg und Umland einen eigenen Hochgerichts- und Verwaltungsbezirk. Konrad III. verlieh die neu errichtete Burggrafschaft mit Gericht und Verwaltung an die Edelfreien von Raabs aus Niederösterreich; 1190/91 wurde sie von Friedrich I. von Nürnberg-Zollern übernommen. Mit dem Großen Freiheitsbrief machte König Friedrich II. Nürnberg 1219 zur Freien Reichsstadt. Der Einfluss der Burggrafen endete vollständig, als der letzte Burggraf Friedrich VI. die Brandstätte der 1420 zerstörten Burggrafenburg 1427 an den Rat der Stadt verkaufte.

Spätmittelalter und Frühe Neuzeit

Viele Kaiser wählten Nürnberg gern als Aufenthaltsort, darunter Karl IV., der 1356 in Nürnberg die Goldene Bulle erließ. 1423 übergab König Sigismund die Reichskleinodien der Stadt, von der sie bis Anfang des 19. Jahrhunderts aufbewahrt wurden. Die Jahre zwischen 1470 und 1530 gelten als Blütezeit der Stadt, trotz wiederkehrender Fehden mit Rittern wie Götz von Berlichingen und Conz Schott von Schottenstein, die nach 1512 durch das Heer des Fränkischen Reichskreises unterbunden wurden. Vom 10. Oktober bis 6. November 1485 weilte Kaiser Friedrich III. in der Stadt; der Losunger Ruprecht Haller fertigte darüber ein Protokoll des Zeremoniells an.

Der Reichtum der Stadt kam durch das ausgezeichnete Handwerk sowie die günstige Lage als Handelsplatz in der Mitte Europas zustande. Die Heiltumsweisungen, also die Präsentation der Reichskleinodien, um 1487, waren ein wichtiger Impuls für die wirtschaftliche Blüte. Die Nürnberger Börse diente als Bindeglied im Handel zwischen Italien und anderen europäischen Wirtschaftszentren. Über Venedig wurde ein reger Warenaustausch mit der Levante betrieben. In dieser Zeit zählte Nürnberg zusammen mit Köln und Prag zu den größten Städten des Heiligen Römischen Reiches.

Im Dreißigjährigen Krieg war die Gegend um Nürnberg Schauplatz eines mehrere Jahre andauernden Stellungskriegs. 1632 hatte sich die Stadt mit Gustav Adolf von Schweden arrangiert, der Stadt und Umland als Standort für seine Truppen nutzte und die Befestigungen ausbauen ließ. Die Stadt wurde nicht erobert, aber durch die Verwüstungen im Umland dauerhaft wirtschaftlich geschwächt. Nach dem Krieg und dem Westfälischen Frieden fand ab dem 25. September 1649 ein von schwedischen Gesandten veranstaltetes Friedensmahl statt. Durch die Reichsdefensionsordnung von 1681 wurde Nürnberg verpflichtet, neun Kompanien zu den drei Infanterieregimentern des Fränkischen Reichskreises zu stellen.

Übergang an Bayern

Im Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 blieb Nürnberg zunächst weiter unabhängig, bis nach Unterzeichnung der Rheinbundakte und dem Ende des Alten Reiches französische Truppen die Stadt besetzten. Am 15. September 1806 übergab die französische Armee Nürnberg dem Königreich Bayern, das eine Zivilverwaltung installierte. Das Königreich übernahm 1806 die exorbitanten Schulden der Reichsstadt als Teil der gesamtbayerischen Staatsschulden. Durch die bayerische Gesetzgebung wurden die Katholiken, die bisher in der Stadt nur geduldet waren, den Protestanten rechtlich gleichgestellt. 1835 fuhr als erste Eisenbahn für den Personenverkehr in Deutschland der Adler von Nürnberg nach Fürth.

Juden in der Reichsstadt

Otto von Freising berichtete als Erster, dass im Jahre 1146 mehrere Juden in Nürnberg Aufnahme fanden, nachdem sie aus dem Rheinland vertrieben worden waren. Die erste Synagoge ist für das Jahr 1296 bezeugt. 1349 kam es infolge der Pestpogrome zu Massakern, bei denen 562 Menschen, wohl etwa ein Drittel der jüdischen Gemeinde, den Ausschreitungen zum Opfer fielen. Im Jahr 1498 befahl Maximilian I. auf Anraten der Stadt die Ausweisung und Enteignung der Juden. Zwischen dem 20. Februar und 10. März 1499 mussten die Juden die Stadt verlassen. In Nürnberg wurde erst wieder 1850 eine Ansiedlung zugelassen.

Bauten der Reichsstadtzeit

Zwischen 1332 und 1339 wurde das Heilig-Geist-Spital als Stiftung des reichen Bürgers Konrad Groß erbaut. Nach den Judenpogromen entstand ab 1349 im Auftrag von Karl IV. die Frauenkirche auf dem Platz der früheren Synagoge. Der Schöne Brunnen wurde zwischen 1389 und 1396 geschaffen und zeigt mit 40 Personenskulpturen die Institutionen der damaligen Zeit. Der Bau der Lorenzkirche wurde um 1250 begonnen und erstreckte sich über drei Bauabschnitte bis 1477. Um 1500 war Nürnberg nach Köln und Prag die drittgrößte Stadt des Reiches, weit vor Wien oder gar Berlin. Daher verfügt die Stadt über eine große Altstadt, die von der in weiten Teilen erhaltenen Stadtmauer umgeben ist.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel NürnbergVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269835445redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: YuTrofimoventstanden 2012CC BY 3.0Quelle