Burggrafschaft Nürnberg
mittelalterliches Territorium im Heiligen Römischen Reich
ie Burggrafschaft geht auf eine Reichsburg zurück, die König Heinrich III. um 1040 nahe der Pegnitz errichten ließ, um den Einfluss des Bistums Bamberg zurückzudrängen. Um 1105 wurden die Grafen von Raabs mit der Burg belehnt. Nach dem Tod Konrads II. von Raabs ohne männliche Nachkommen übernahm sein Schwiegersohn Friedrich I. von Zollern 1191 durch Belehnung von Heinrich VI. das Amt. Die Hohenzollern erweiterten ihr Gebiet durch Erbschaften und Käufe, etwa 1236 Abenberg, 1248 und endgültig 1260 Bayreuth, sowie zahlreiche weitere Orte bis ins 15. Jahrhundert. 1273 verlieh Rudolf I. von Habsburg ihnen das kaiserliche Landgericht in Nürnberg. Konflikte mit Wittelsbachern, dem Bischof von Würzburg und der Reichsstadt Nürnberg eskalierten 1420 in der Zerstörung der Burggrafenburg durch Herzog Ludwig VII. von Bayern-Ingolstadt. 1427 wurde die Burg mitsamt dem Burggrafenamt an die Reichsstadt Nürnberg verkauft. Die Dispositio Achillea von 1473 trat 1486 in Kraft und teilte die fränkischen Territorien in die Markgraftümer Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Kulmbach auf, womit 1486 die staatsrechtliche Existenz der Burggrafschaft endete.
Die Geschichte der Burggrafschaft hat für die Hohenzollern besondere Bedeutung. Friedrich III. von Zollern heiratete um 1185 Sophia von Raabs und wurde 1191 von Heinrich VI. mit der Burggrafschaft belehnt. Sein Sohn Konrad I. begründete die fränkische Linie, aus der später die brandenburgisch-preußische Linie hervorging. 1427 verkauften die Burggrafen Johann III. und Friedrich VI. das Burggrafenamt an die Reichsstadt Nürnberg. Friedrich VI. wurde 1415 als Friedrich I. Markgraf und Kurfürst von Brandenburg. Unter den Söhnen Albrecht III. Achilles vollzog sich die endgültige Trennung der fränkischen und brandenburgischen Hohenzollern. Albrecht wurde Hochmeister des Deutschen Ordens und säkularisierte 1525 das Ordensland als erster Herzog von Preußen. Christian Friedrich Karl Alexander verkaufte die Fürstentümer Bayreuth und Ansbach 1791 an Preußen. Ansbach fiel 1806 an das Königreich Bayern, Bayreuth 1810.
Bereits von 1357 bis 1361 kam es zu einer ersten kurzfristigen Teilung der Burggrafschaft Nürnberg. 1397 fand eine erneute Zweiteilung statt, die bis 1420 andauerte. Dabei entstanden die beiden Territorien „obergebirgisches Land“ und „untergebirgisches Land“, benannt nach dem Muggendorfer Gebirge, der damaligen Bezeichnung der Fränkischen Schweiz.