Reichsstadt Nürnberg
Territorium des Heiligen Römischen Reiches, 1219–1806
ie Anfänge Nürnbergs sind mit der Burggrafschaft Nürnberg verbunden. Sie gehen auf die Nürnberger Burg zurück, die in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts errichtet wurde. König Heinrich III. hatte um das Jahr 1040 den Bau veranlasst, um den Einfluss des Fürstbischofs von Bamberg zurückzudrängen. Nürnberg wurde 1050 erstmals urkundlich erwähnt, im Zusammenhang mit der Freisprechung einer Leibeigenen namens Sigena. Zwölf Jahre später erhielt die Siedlung das Marktrecht. Um 1105 wurden die Grafen von Raabs mit der Burg belehnt und als Burggrafen eingesetzt. Sie schufen die Grundlage für die spätere Burggrafschaft Nürnberg.
Nach der Einsetzung der Burggrafen begann eine Entwicklung zur Emanzipation der Stadt. Ab Ende des 12. Jahrhunderts übernahm ein königliches Schultheißenamt die Verwaltung. Mit dem 1219 von König Friedrich II. ausgestellten Freiheitsbrief erlangte die Stadt die Reichsfreiheit. 1256 schloss sie sich dem Rheinischen Städtebund an, 1320 erhielt sie die Hochgerichtsbarkeit. Damit war die Entwicklung zum selbstständigen Reichsterritorium abgeschlossen. 1324 verpfändete König Ludwig der Bayer das Schultheißenamt an die Burggrafen, doch 1337 machte der Unternehmer Konrad Groß dies rückgängig. Als der Rat 1348 für den von Papst Clemens VI. unterstützten Gegenkönig Karl IV. optierte, wurde er durch einen Handwerkeraufstand gestürzt.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kämpften im Landshuter Erbfolgekrieg die Wittelsbacher Linien Bayern-München und Bayern-Landshut um die Erbfolge. Nürnberg schloss im Februar 1504 ein Bündnis mit Herzog Albrecht von Bayern-München, der ihr territoriale Zugeständnisse machte. Im Krieg kam es zur Konfrontation mit dem kurpfälzischen Kurfürsten Philipp von der Pfalz. Im Sommer 1504 besetzten reichsstädtische Truppen Teile der Kurpfalz, im September 1504 siegten sie in der Schlacht von Wenzenbach. Nürnberg gewann dabei Städte wie Lauf, Hersbruck, Altdorf und Velden sowie weitere Orte.
Die Reformation Martin Luthers fand in Nürnberg früh Zuspruch. 1524 bekannte sich die Bürgerschaft offen zur neuen Lehre, 1525 beschloss der Rat nach dem Nürnberger Religionsgespräch die Einführung der lutherischen Konfession im gesamten Gebiet. Der Rat wollte dabei Unruhe vermeiden und das Verhältnis zum Kaiser nicht gefährden, wurde aber in die Spannungen zwischen Protestanten und dem katholischen Haus Habsburg hineingezogen. 1532 schloss Kaiser Karl V. den Nürnberger Religionsfrieden mit den protestantischen Ständen. 1533 trat eine gemeinsame brandenburgisch-nürnbergische Kirchenordnung in Kraft, die der Reformation in Nürnberg und den Markgraftümern Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Kulmbach einen Rahmen gab.