Naumburg (Saale)
Stadt im Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt
Vom Burgenbau zum Bischofssitz
aumburg wurde 1012 erstmals urkundlich erwähnt, als an der Kreuzung zweier Handelsstraßen die neue Burg der Ekkehardiner, der Markgrafen von Meißen, entstand. 1021 berichtet die Merseburger Bischofschronik von der Neugründung einer Propstei an der Stelle des späteren Naumburger Doms. Auf Betreiben der Ekkehardiner gab Papst Johannes XIX. 1028 seine Zustimmung zur Verlegung des Bistumsitzes von Zeitz nach Naumburg. Bis zur Säkularisation des Bistums Naumburg-Zeitz blieb Naumburg Bischofssitz, wenngleich die Bischöfe ab dem 13. Jahrhundert wieder meist in Zeitz residierten.
Ausweisung der Juden im Spätmittelalter
Bis zum Ende des Spätmittelalters lebten Juden in der Bischofsstadt Naumburg, wohnhaft in der Jüdengasse, die bis heute erhalten ist. 1494 erhielten die Bischofsstädte Naumburg und Zeitz von Bischof Johann III. von Schönberg die Zusage, die ansässigen Juden nach Ablauf ihrer Geleite und Verschreibungen zu verabschieden, aus allen Gebieten auszuweisen und auch künftig keine Juden mehr zuzulassen. Die Räte dieser Städte hatten sich über die von den Juden angeblich genommenen Wucherzinsen und deren rücksichtslose Eintreibung beschwert.
Luther und die Reformation in Naumburg
Die Geschichte Naumburgs ist eng mit Martin Luther und der Reformation verknüpft. Luther predigte erstmals 1521 auf seinem Weg zum Wormser Reichstag in Naumburg. Am 18. Januar 1542 nahm Luther gemeinsam mit Philipp Melanchthon, Spalatin und Nikolaus von Amsdorf Quartier am Markt 3 bei der Witwe des Stadtschreibers Ambrosius Dörffer, woran eine Gedenktafel erinnert. Noch am selben Abend fand eine der schwierigsten Ratssitzungen der Stadtgeschichte statt, in der man sich gemeinsam mit dem Kurfürsten auf die Einsetzung von Nikolaus von Amsdorf als Bischof verständigte.
Das Stiftsgebiet unter den Kurfürsten von Sachsen
1544 wurde aus dem Stiftsbesitz an der Saale das Amt Naumburg gebildet. Das Territorium des 1562 säkularisierten Bistums ging an die Kurfürsten von Sachsen über, die es durch eine eigene Stiftsregierung in Naumburg verwalten ließen und später die Administratoren stellten. Nach dem Tod des Herzogs Johann Georg I. von Sachsen schlossen seine vier Söhne am 22. April 1657 in Dresden den Freundbrüderlichen Hauptvergleich. Demzufolge gehörte das Naumburger Stiftsgebiet zur Sekundogenitur Sachsen-Zeitz, die dem jüngsten Sohn Moritz zufiel.