Nijmegen
Gemeinde in der niederländischen Provinz Gelderland
ie Geschichte Nijmegens reicht bis in die Zeit des Römischen Reiches zurück. Die Römer unterhielten hier seit 19 v. Chr. Militärstützpunkte und gründeten zunächst das von Tacitus erwähnte Oppidum Batavorum, das 69 n. Chr. von Julius Civilis zerstört wurde. Zwischen 98 und 104 n. Chr. entstand die zivile Siedlung Ulpia Noviomagus Batavorum. Die militärischen Standorte wechselten mehrfach zwischen Hunnerberg und Kops Plateau. Vom Ende des vierten bis zum Anfang des fünften Jahrhunderts gab es eine spätantike Befestigung im Bereich des späteren Pfalzhügels. Nach dem Abzug der Römer um 410 gingen deren administrativ-militärische Funktionen verloren, doch Grabungsfunde belegen eine Siedlungskontinuität vom vierten bis zum siebten Jahrhundert.
Die römischen Befestigungen gingen an die Merowinger- und dann an die karolingischen Könige über. Anfang des 7. Jahrhunderts ist eine merowingische Münzstätte nachgewiesen, und eine Pfalzkirche aus dieser Zeit diente zugleich als Pfarrkirche. Karl der Große baute 777 auf den Mauern des Kastells eine Pfalz, die erst nach seinem Tod fertiggestellt wurde und Mittelpunkt eines ausgedehnten Königsgutsbezirks war. Um das Jahr 880 nahmen die Normannen die Pfalz ein und brannten sie bei ihrem Abzug nieder. Während der ottonischen und salischen Zeit fanden königliche oder kaiserliche Hoftage im Ort statt. Nachdem die Pfalz 1047 durch Herzog Gottfried den Bärtigen niedergebrannt worden war, ließ Friedrich Barbarossa sie 1155 in die ausgedehnte Burganlage des Valkhof umbauen, von der im 21. Jahrhundert nur zwei Kapellen erhalten sind.
Mitte des 15. Jahrhunderts soll die Stadt über 10.000 Einwohner gehabt haben, und die Errichtung zahlreicher Kirchen und Klöster lockte Handwerker und Künstler an. Die Reformation fand zunächst freundliche Aufnahme, und Nijmegen wurde der wichtigste von vier Hauptorten im Herzogtum Geldern. 1543 kam die Stadt mit dem Rest des Geldernlandes durch den Vertrag von Venlo in spanischen Besitz, bevor Prinz Moritz sie 1591 eroberte. 1678 wurde in Nijmegen der Friede von Nimwegen zwischen Frankreich und der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande geschlossen. Unter Napoleon geriet die Stadt unter französische Herrschaft, bis sie am 5. Januar 1814 befreit wurde, und gelangte 1815 durch den Wiener Kongress endgültig zum Königreich der Niederlande.