Otto II. (Bayern)
Herzog von Bayern von 1231-1253
tto war der Sohn Herzog Ludwigs I. von Bayern und Ludmillas von Böhmen, der Witwe des Grafen Albert III. von Bogen. Im Alter von sechs Jahren wurde er mit Agnes von der Pfalz verlobt, der Erbin der Pfalzgrafschaft bei Rhein, die sein Vater 1214 als Lehen erhalten hatte und bis zu Ottos Schwertleite 1228 verwaltete. Als Pfalzgraf war Otto auch Reichsvikar mit einer Schlüsselstellung bei der Königswahl. 1231 folgte er seinem ermordeten Vater als Herzog von Bayern nach. Der herzogliche Vorort verlagerte sich in der Folge von Kelheim nach Landshut.
Im Kampf gegen Friedrich von Österreich besetzte Otto 1233 Wels und geriet dadurch in Konflikt mit dem gegen seinen Vater Kaiser Friedrich II. rebellierenden König Heinrich. Nach steigenden Spannungen mit König Wenzel I. von Böhmen näherte sich Otto den Staufern an und trat 1241 endgültig der staufischen Partei bei. Seine Tochter Elisabeth wurde mit Kaiser Friedrichs jüngerem Sohn Konrad IV. verheiratet, wofür Otto vom Papst exkommuniziert wurde. Nach dem Aussterben der Babenberger 1246 ging Otto im Auftrag der Staufer in Österreich gegen den Anspruch Hermanns VI. von Baden vor. 1248 übertrug ihm der Kaiser die Verwaltung Österreichs, das er gegen Wenzels Sohn, den späteren König Ottokar II. von Böhmen, nicht behaupten konnte, der 1251 in Österreich einzog. Im Juni 1251 betraute König Konrad IV. Otto auf einem Reichstag zu Augsburg mit der Ausübung der Herrschaft im Reich, womit er zum letzten jemals ernannten Reichsgubernator wurde. Unerwartet starb Otto Ende November 1253 im Kirchenbann und wurde im Benediktinerkloster Scheyern begraben.
Unter Ottos Herrschaft kamen Gebiete der aussterbenden Adelsgeschlechter der Grafen von Bogen, der Grafen von Andechs und der Ortenburger an die Wittelsbacher. Mit dem Ortenburger Rapoto III. starb 1248 der letzte offizielle Pfalzgraf von Bayern. Als 1248 mit Otto von Meranien auch die Grafen von Andechs ausstarben, kam der ehemalige südwestliche Landesteil nicht an Bayern zurück, sondern fiel an die Grafen von Tirol. Mit den Besitztümern der Grafen von Bogen kam nach dem Tod von Ottos Halbbruder Albert 1242 auch deren weiß-blaues Rautenwappen zu Bayern, das bis heute Bestandteil des Bayerischen Staatswappens ist. Die gewonnenen Besitz- und Herrschaftsrechte wurden nicht mehr als Lehen ausgegeben, sondern mit Hilfe meist herzoglicher Ministerialen und durch ein neu geschaffenes Verwaltungssystem gesichert. Unter Otto II. begann der Aufbau einer einheitlichen Gesetzgebung, so entstanden erst Ämter, dann Pflegegerichte.