Konrad IV. (HRR)
Römisch-deutscher König, König von Sizilien, König von Jerusalem, Herzog von Schwaben
onrad war der einzige Sohn Friedrichs II. mit Isabella von Brienne, die kurz nach seiner Geburt starb. Bis 1235 lebte er in Italien, dann reiste er nach Deutschland. Nachdem sein Halbbruder Heinrich (VII.) abgesetzt worden war, wollte Friedrich Konrad als Nachfolger aufbauen. Ein Versuch 1235 in Mainz scheiterte, doch im Februar 1237 wählten die Fürsten in Wien den achtjährigen Konrad zum römisch-deutschen König, ein Akt, den der Papst nicht anerkannte. Da er nicht gekrönt worden war, trug Konrad den Titel des zum König Gewählten.
Während Friedrich sich in Italien seinen Konflikten widmete, vertrat Konrad ihn in Deutschland, unterstützt von Reichsprokuratoren und einem Regentschaftsrat aus dem staufischen Kernraum. 1244 wechselte Heinrich Raspe zur päpstlichen Seite und trat später als Gegenkönig auf. 1246 heiratete Konrad Elisabeth von Bayern, wodurch die Wittelsbacher zu wichtigen Verbündeten wurden; 1252 wurde ihr Sohn Konradin geboren. Nach der Exkommunikation Friedrichs 1239 und seiner Absetzung 1245 wurde 1246 Heinrich Raspe und nach dessen Tod 1247 Wilhelm von Holland Gegenkönig. Konrads Truppen unterlagen 1246 bei Frankfurt. Nach Friedrichs Tod 1250 erkannte Innozenz IV. das Testament nicht an und exkommunizierte Konrad 1251. 1252 erkannte Wilhelm Konrad das Herzogtum Schwaben ab, wodurch der Kernraum staufischer Hausmacht verloren ging.
1251 brach Konrad nach Italien auf, um sein sizilisches Erbe anzutreten, nachdem er zuvor einem Mordanschlag im Kloster Sankt Emmeram entgangen war. Anfang 1252 erreichte er das Königreich Sizilien, wo Neapel und Capua ihm den Gehorsam verweigerten und sich das Verhältnis zu seinem Halbbruder Manfred verschlechterte. Konrad enthob Manfred seiner Funktionen und ging militärisch gegen Revolten vor; am 10. Oktober 1253 eroberten seine Truppen Neapel. 1252 erließ er in Foggia Konstitutionen nach staufischem Vorbild. Trotz Bemühens um Aussöhnung wurde er am 9. April 1254 erneut exkommuniziert. Anders als in Deutschland war seine Herrschaft in Sizilien unangefochten und konnte konsolidiert werden.