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Manfred (Sizilien)

König von Sizilien (1232–1266)

anfred übernahm die Verweserschaft für seinen unmündigen Nephen Konradin und suchte im Oktober 1254 Versöhnung mit Innozenz IV. Der Papst erkannte die staufische Erbfolge jedoch nicht an und belehnte Edmund, den Sohn Heinrichs III. von England, mit Sizilien. Manfred flüchtete zu den Sarazenen nach Lucera und eroberte mit deren Hilfe 1257 ganz Neapel und Sizilien. Heinrich III. unternahm kaum etwas, um den Anspruch seines Sohnes durchzusetzen. Manfred setzte die Politik seines Vaters fort und wurde von sizilianischen Adligen und kaisertreuen Städten als dessen Nachfolger anerkannt. 1256 gründete er die Stadt Manfredonia nördlich des 1255 durch ein Erdbeben zerstörten Siponto.

Manfred verzichtete auf die deutsche Königswürde und ließ sich am 10. August 1258 in Palermo zum König von Sizilien krönen, entgegen den Ansprüchen Konradins. Weil er den Papst nicht als Lehnsherrn anerkannte, wurde er 1259 gebannt und sein Königreich mit dem Interdikt belegt. Am 4. September 1260 siegte er bei Montaperti über die Florentiner und unterwarf sich ganz Tuscien, Rom konnte er jedoch nicht einnehmen. 1265 belehnte Clemens IV. Karl I. von Anjou mit Sizilien. Im Januar 1266 brach ein französisches Heer von Rom aus zum Kreuzzug gegen Manfred auf. Am 26. Februar 1266 fiel Manfred in der Schlacht bei Benevent. Da er unter dem Bann stand, wurde er nicht in geweihtem Boden, sondern am Fluss Garigliano begraben. Damit endete die Stauferherrschaft in Süditalien.

Der florentinische Chronist Giovanni Villani verbreitete die Legende, Manfred habe seinen Vater Friedrich II. aus Ambition auf den Kaiserthron ermorden lassen, indem er einen Kammerdiener bestach und ihn mit einem Kissen erstickte. Schon vor der Schlacht bei Benevent kam es zu Fahnenflucht in Manfreds Truppen, während der Schlacht desertierten italienische Söldner nach einem Flankenangriff, worauf auch viele sizilianische Adlige flohen. In Giovanni Boccaccios Decamerone erinnert Graf Guido von Montfort den siegreichen Karl I. von Anjou an von Manfred begangene Gewalttaten an edlen Frauen.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Manfred (Sizilien)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 261612658redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Unbekanntentstanden 1301–1400Public domainQuelle