Petrus Damiani
Benediktinermönch, Bischof, Kardinal, Kirchenlehrer
etrus wurde Prior von Fonte Avellana und setzte sich für die Verbesserung des Kirchenregiments ein. 1057 erhob ihn Papst Stephan IX. zum Kardinal und Bischof von Ostia. Gemeinsam mit Hildebrand, dem späteren Gregor VII., kämpfte er gegen die Simonie und für den Zölibat. 1061 kehrte er aus Abscheu vor der Sittenlosigkeit der römischen Geistlichkeit ins Kloster zurück, wurde aber 1062 als päpstlicher Legat zur Reform des Klosters Cluny nach Frankreich gesandt. Er ordnete sich Hildebrands Führung unter und vertrat die Sache des Papsttums. 1069 trat er dem König Heinrich IV. so ernstlich entgegen, dass dieser sein Vorhaben der Ehescheidung aufgab. Seine letzte Sendung führte ihn nach Ravenna, wo die Bürger nach dem Tod ihres kaiserlich gesinnten Erzbischofs der römischen Kirche wiedergewonnen wurden. Auf der Rückreise starb er 1072 in Faenza.
Petrus Damiani wandte sich entschieden gegen den Versuch, die formale Logik methodisch in der Theologie anzuwenden. Für ihn war die reine Philosophie eine Erfindung des Teufels, deren Gesetze vor Gott ungültig seien. Ihm wird die Redewendung von der Philosophie als der Magd der Theologie zugeschrieben, auch wenn sich das Zitat bei ihm nicht exakt nachweisen lässt. Der Gedanke findet sich bei ihm in ähnlicher Form, wonach die Philosophie sich nicht das Recht der Lehrgewalt anmaßen, sondern wie eine Dienerin ihrer Herrin dienen solle. Diese Formulierung geht auf eine Deutung des Origenes zurück.
Der Gedenktag von Petrus Damiani wird in der katholischen Kirche am 21. Februar begangen, als nicht gebotener Gedenktag im Allgemeinen Römischen Kalender.