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Philipp I. (Hessen)

hessischer Landgraf

eformatorische Bestrebungen gingen in Hessen vom landgräflichen Hof aus. Begünstigt wurden sie durch die mangelnde Präsenz des Mainzer Erzbischofs und das Fehlen einer starken kirchlichen Institution, die sich den Plänen des Landgrafen in den Weg stellen konnte. Das Wormser Edikt hatte Philipp in Hessen nicht exekutiert. In der am 18. Juli 1524 veröffentlichten Hessischen Polizeiordnung hieß es, das Evangelium solle „lauter und reyn“ verkündet werden.

Philipp konnte Hessen im Deutschen Bauernkrieg als militärische Ordnungsmacht profilieren, weil er die Unruhen auf eigenem Territorium schon im Keim erstickte und dann den Nachbarterritorien bei der Niederschlagung der Bauernhaufen half. In der Schlacht bei Frankenhausen am 15. Mai 1525 siegte Philipp zusammen mit seinem Schwiegervater Georg von Sachsen und Herzog Heinrich II. von Braunschweig-Wolfenbüttel über die thüringischen Bauern.

Dass sich der hessische Landgraf zu einem profilierten Gegner Habsburgs im Reich entwickelte, war eine Folge des Rechtsstreits mit Nassau um Katzenelnbogen und hatte ursprünglich mit Philipps Sympathien für die Reformation nichts zu tun. Kaiserliche Kommissare entschieden diesen Streit am 5. Mai 1523 in Tübingen zugunsten der Nassauer Grafen. Kaiser Karl V. setzte sich in den folgenden Jahren persönlich für die Umsetzung dieses Urteils ein.

Im Januar 1534 reiste Philipp mit einer Vollmacht Ulrichs von Württemberg nach Bar-le-Duc und schloss mit König Franz I. einen Vertrag, der die Finanzierung des Württembergzuges sicherstellte. Dafür musste Ulrich das württembergische Mömpelgard an Frankreich verpfänden.

Am 18. Juni 1547 kam Philipp nach Halle in die Herberge Moritz’ von Sachsen, wo er die Kapitulation unterschrieb. Während der hessische Kanzler Tilman von Günderode die Bitte um Vergebung verlas, kniete Philipp vor dem Kaiser. Das Ritual der Unterwerfung sah vor, dass der Herrscher dem Knienden nun als Zeichen seiner Gnade die Hand reichte. Karl wandte sich stattdessen von dem Landgrafen ab, aber dieser missverstand die Situation und stand auf, um zum Handschlag auf den Kaiser zuzugehen. Das war ein schwerer Bruch des burgundisch-spanischen Hofzeremoniells.

Im Passauer Vertrag vom 2. August 1552 wurde die Freilassung des Kurfürsten und des Landgrafen aus kaiserlicher Haft zugesagt. Am 10. September traf der Landgraf in Marburg ein. Nach dem Tod Johann Friedrichs von Sachsen 1554 war er der älteste protestantische Reichsfürst. Nach dem Augsburger Religionsfrieden 1555 gab es für ihn keinen Grund, weiterhin eine riskante Außenpolitik zu betreiben.

Die Universitätsgründung war sein Prestigeprojekt und diente der Herrschaftsrepräsentation.

Philipp reagierte mit der Gründung von vier Einrichtungen speziell für die arme Landbevölkerung, drei davon ehemalige Klöster: Merxhausen bei Kassel und Hofheim bei Darmstadt für Frauen, Haina bei Marburg und Gronau bei Sankt Goar für Männer.

Philipp starb am Ostermontag 1567 in Kassel. Da die Landgräfliche Grablege in der Elisabethkirche, die bis 1570 zum Deutschen Orden gehörte, für die Beisetzung nicht zur Verfügung stand, wurde er neben seiner Frau Christine von Sachsen in der Martinskirche in Kassel beigesetzt.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Philipp I. (Hessen)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 270001748mit KI-Unterstützung gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Hans Krellentstanden 1534Public domainQuelle