Kontextartikel2 Min. Lesezeit

Philipp II. (Frankreich)

König von Frankreich (1180–1223)

hilipp trat ein schwieriges Erbe an. Sein Vater hatte ihm einen geordneten Verwaltungsapparat hinterlassen, und der wirtschaftliche Aufschwung von Städten wie Paris und Orléans sicherte der Krone Einnahmen. Die königliche Macht beschränkte sich jedoch auf die Krondomäne mit Orléans, Sens, Senlis und Mantes, während der Rest des Königreichs von mächtigen Feudalfürsten beherrscht wurde. Bereits Philipps Vater und Großvater hatten versucht, deren Macht zu brechen, ohne Erfolg. Unter Ludwig VII. war zudem das angevinische Reich entstanden, das sich von den Pyrenäen bis zum Ärmelkanal erstreckte und in Personalunion mit dem englischen Königreich stand. Philipp verfolgte von Beginn an eine Politik zur Zerschlagung dieses Reichs. Zwei Faktoren kamen ihm dabei zugute: er war Lehnsherr für die französischen Territorien der Plantagenets, und deren Söhne waren untereinander zerstritten und führten Krieg gegen den eigenen Vater Heinrich II.

Eng verbunden mit dem Krieg zwischen Kapetingern und Plantagenets war der Thronstreit im römisch-deutschen Reich zwischen Staufern und Welfen, der 1197 nach dem Tod Kaiser Heinrichs VI. ausbrach. Die Plantagenets unterstützten ihre welfischen Verwandten, um eine zweite Front gegen Frankreich zu eröffnen, während Philipp die Staufer als Gegengewicht förderte. 1198 wurden Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig zu Königen gewählt. Nach der Ermordung Philipps von Schwaben 1208 in Bamberg war Otto IV. zunächst alleiniger Herrscher und wurde 1209 in Rom zum Kaiser gekrönt, was Frankreich außenpolitisch zu isolieren drohte. Die Fortführung der staufischen Italienpolitik durch Otto zwang aber den Papst zum Umdenken, der 1210 den Kirchenbann über den Kaiser verhängte. Philipp gewann daraufhin alte Stauferanhänger zurück, und 1211 wurde der junge Friedrich II. in Deutschland zum König gewählt. Im November desselben Jahres wurde die kapetingisch-staufische Allianz bei einem Treffen zwischen Friedrich und Prinz Ludwig in Vaucouleurs erneuert.

Durch den Zusammenbruch des angevinischen Reichs wurde die französische Krone zum größten Landbesitzer des Reiches. Dies erlaubte Philipp, die herrschaftliche Autorität der Krone gegenüber dem Lehnsadel zu stärken. Es begann eine Entwicklung zu einer französischen Monarchie, die alle Regionen des alten westfränkischen Reichs erfasste. Der König trat nicht mehr als erster unter gleichen auf, sondern forderte gesetzgebende und richterliche Oberherrschaft. Das königliche Recht wurde über das gesamte Königreich ausgedehnt, und mit dem Hofgericht entstand eine zentrale juristische Instanz für lehnsrechtliche Fragen. Der bekannteste Lehnsprozess wurde von 1200 bis 1202 gegen Johann Ohneland geführt. Um den mächtigsten Adel einzubinden, schuf Philipp mit dem Pairshof eine gesonderte Instanz. Fortan mussten Erbinnen im Land dem König eidlich Heiratszustimmung zusichern, wie im Beispiel der Gräfin Blanka von Champagne, die 1201 einen solchen Schwur leistete.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Philipp II. (Frankreich)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 268904250redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Autor/-in unbekanntentstanden 1375–1380Public domainQuelle