Pirmasens
kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz, Deutschland
ie älteste Erwähnung von Pirmasens stammt aus der Zeit um 860 und lautet in loco, qui nunc vocatur Pirminiseusna. Das Bestimmungswort ist der Heiligenname Pirminius, der Gründer des Klosters Hornbach, dem die Siedlung gehörte; bis 1360/61 blieb Pirmasens eine vom Kloster Hornbach abhängige Pfarrei. Das Grundwort ist althochdeutsch *einasna, Einzelanwesen. Die ursprüngliche Bedeutung des Ortsnamens ist damit Einsiedelei des Heiligen Pirminius.
Zusammen mit Hornbach gehörte Pirmasens ursprünglich zum Bistum Metz und gelangte 1087 durch eine Schenkung Kaiser Heinrichs IV. an das Bistum Speyer. Wohl Anfang des 12. Jahrhunderts kam das Klostergebiet unter die Vogtei der Grafschaft Saarbrücken und durch Erbteilung zur neuen Grafschaft Zweibrücken. Bald wurde diese Grafschaft wieder geteilt, so dass Pirmasens ab Ende des 13. Jahrhunderts zur Grafschaft Zweibrücken-Bitsch gehörte. 1570 starben die Grafen von Zweibrücken-Bitsch mit Jakob aus. Dadurch kam es zum Erbstreit zwischen den Schwiegersöhnen der beiden letzten Grafen, Philipp V. von Hanau-Lichtenberg und Philipp I. von Leiningen-Westerburg. Philipp V. konnte sich zunächst durchsetzen, geriet aber durch die sofortige Einführung der Reformation in Konflikt mit dem Lehnsherrn der ererbten Gebiete, dem römisch-katholischen Herzog Karl III. von Lothringen. Dieser besetzte 1572 beide Teile der alten Grafschaft Zweibrücken-Bitsch, die Herrschaft Bitsch im Süden und das Amt Lemberg im Norden, zu dem Pirmasens gehörte.
Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Pirmasens zum französischen Teil der Alliierten Rheinlandbesetzung. Am 1. März 1920 schied Pirmasens aus dem gleichnamigen Bezirksamt aus und war fortan kreisunmittelbare Stadt. Im November 1923 übernahmen pfälzische Separatisten die Kontrolle über die Stadt, ihre Herrschaft scheiterte aber an mangelnden Ressourcen und anhaltendem Widerstand von Bevölkerung und Beamtenschaft. Am 12. Februar 1924 stürmten bewaffnete Separatistengegner das Bezirksamt, setzten es in Brand und lynchten die anwesenden Separatisten. Die Stadt erlebte große wirtschaftliche Instabilität durch den Verlust von Absatzmärkten wie Elsass-Lothringen und dem Saargebiet, die bis 1923 andauernde Inflation, und durch Zollgrenzen, die den Handel erschwerten.