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Prager Frieden (1635)

Friedensvertrag (1635) zwischen Kaiser Ferdinand lII. und der katholischen Liga einerseits und dem Kurfürstentum Sachsen

n Pirna und Leitmeritz verhandelten kaiserliche Delegationen unter Erzherzog Ferdinand mit dem sächsischen Kurfürsten monatelang geheim und schlossen bereits 1633 einen Vorvertrag. Ziel war die Wiederherstellung des Friedens zwischen Kaiser und protestantischen Reichsständen sowie die Gewinnung militärischer Unterstützung Sachsens. Verwirklicht werden konnten diese Vorstellungen erst nach der Schlacht bei Nördlingen im September 1634, die es Johann Georg I. ermöglichte, sich ohne Strafmaßnahmen aus dem Bündnis mit Schweden zu lösen. Nach der Zustimmung galt der Vertrag zunächst nur für Sachsen. Der Beitritt weiterer Reichsfürsten und Reichsstädte zog sich über Monate hin, im Fall der abgesetzten Mecklenburger Herzöge herrschte jahrelang Unklarheit. Dennoch erzielte der Kaiser einen Erfolg, denn das Gros der protestantischen Reichsstände, die sich vor der Schlacht bei Breitenfeld 1631 den Schweden angeschlossen hatten, kehrte nach Zustimmung zum Vertrag auf die Seite des Kaisers zurück.

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Als Zugeständnis an die protestantische Seite wurde das 1629 erlassene Restitutionsedikt für 40 Jahre ausgesetzt. Die Verteilung der weltlichen Kirchengüter wurde nach dem Besitzstand von 1627 als Normaljahr geregelt. In den habsburgischen Ländern blieb dies dem Kaiser vorbehalten, womit die dort vollzogene Rekatholisierung bestätigt wurde. Reichsständen, die gegen den Kaiser gekämpft hatten, wurde Amnestie gewährt, ausgenommen die böhmischen Fürsten im Exil, die Kurpfalz, Hessen-Kassel und Braunschweig-Lüneburg. Den Reichsständen wurde verboten, militärische Bündnisse zu schließen, was für den Heilbronner Bund wie für die katholische Liga gelten sollte. Der Kaiser sollte eine eigene Armee aus den Truppen aller Reichsstände besitzen, deren Aufgabe die Vertreibung ausländischer Truppen war. Als wichtigste territoriale Veränderung wurden die Markgrafentümer Oberlausitz und Niederlausitz durch den Traditionsrezess an Johann Georg I. von Sachsen übergeben, als Ausgleich für dessen Hilfe 1620 bei der Niederschlagung des böhmischen Ständeaufstands. Kursachsen erhielt zudem vier magdeburgische Ämter.

Dem Vertrag traten neben allen katholischen Reichsständen bald zahlreiche zuvor mit Schweden verbündete protestantische Fürsten und Städte bei, darunter die Herzöge von Sachsen-Coburg, Mecklenburg und Pommern sowie Städte wie Frankfurt, Nürnberg und Lübeck. Erst im August 1635 folgten Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg und Herzog Georg von Braunschweig. Württemberg wurde ausgeschlossen, Landgraf Wilhelm V. von Hessen-Kassel schloss sich nicht an und leistete von Ostfriesland aus Widerstand. Nur Tage vor der Unterzeichnung, am 19. Mai 1635, erklärte Frankreich Spanien den Krieg, wodurch der Teutsche Krieg zum europäischen Krieg von 1635 bis 1648 wurde. Die aufgehobenen Bündnisse Schwedens mit Sachsen und Brandenburg ermöglichten es Axel Oxenstierna, Kardinal Richelieu finanziell unter Druck zu setzen, da nun allein Schweden die kaiserlichen Truppen im Norden und Osten bekämpfen musste.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Prager Frieden (1635)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 265842451redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Kaiser Ferdinand II., Kurfürst von Sachsen Johann Georgentstanden 1635Public domainQuelle