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Gustav II. Adolf

König von Schweden

Herkunft

ustav II. Adolf war der sechste König aus der Familie der Wasa, die erst unter Gustav Wasa vom mittleren Adel zum Königtum aufgestiegen war. Zu dessen Zeit fasste die lutherische Reformation in Schweden Fuß und wurde auf dem Reichstag von Västerås 1527 verbindlich eingeführt. Der Zugriff auf den Kirchenbesitz machte die Familie zum größten Landeigentümer Schwedens. Gustav Adolfs Vater Karl IX. war zunächst Reichsverweser neben dem katholischen Doppelkönig von Schweden und Polen, Sigismund III. Wasa, ehe er in einem kurzen Bürgerkrieg selbst nach der Krone griff. Seine Herrschaft blieb angefochten, seine Kriege gegen Polen-Litauen um Livland und gegen Dänemark zerrütteten das Land wirtschaftlich. Aus dieser Lage machte Gustav II. Adolf Schweden zur dominierenden Macht des Nordens.

Erste Jahre

Der älteste Sohn Karls IX. und dessen zweiter Frau Christine von Schleswig-Holstein-Gottorf wurde am 9. Dezember 1594 im Schloss Tre Kronor geboren. Mit acht Jahren wohnte er auf Wunsch des Vaters Sitzungen des Senats bei, mit zwölf Jahren empfing er ausländische Gesandte, mit fünfzehn Jahren hielt er seine erste Thronrede. Seine humanistische und politische Erziehung erhielt er unter anderen durch Johannes Bureus und Johan Skytte. Militärisch bildete ihn der Berufssoldat Jakob De la Gardie aus, der ihn mit den Heeresreformen des Moritz von Oranien vertraut machte. Mit seiner Mutter sprach er Deutsch, unterrichtet wurde er auf Latein, dazu lernte er Französisch, Niederländisch und Altgriechisch.

Thronbesteigung

Während des laufenden Kalmarkrieges mit Dänemark wurde Gustav vorzeitig für mündig erklärt und bestieg 1611 mit 17 Jahren den schwedischen Thron. Er übernahm ein verarmtes Land und musste den Konflikt mit Dänemark 1613 im Frieden von Knäred unter sehr harten Bedingungen beenden. Seine Machtposition war nicht absolut, sondern von der Kooperation des schwedischen Reichstags abhängig. Anders als sein Vater konnte er sich ein konfrontatives Regieren gegenüber dem Adel nicht mehr leisten. Gekrönt wurde er erst sechs Jahre nach dem Regierungsantritt, am 12. Oktoberjul. / 22. Oktober 1617greg. im Dom zu Uppsala.

König und Stände

Bei Regierungsantritt räumte eine königliche Erklärung Reichsrat und Reichstag politische Mitspracherechte ein. In Fragen um Krieg und Frieden, Steuern und Aushebungen mussten Beschlüsse des Reichstages eingeholt werden. Die vier im Reichstag vertretenen Stände spiegelten die Gesellschaftsstruktur der Zeit. Dem Adel, dem Gustav Adolf 1612 umfassende Privilegien einräumen musste, gehörte das Monopol auf alle höheren Ämter, doch war die Standesgrenze durchlässig. Die lutherische Kirche verwaltete mit und prägte ein evangelisches Staats- und Nationalbewusstsein. Das Bürgertum gewann in den Städten an Bedeutung. Dass auch die Bauern als vierter Stand vertreten waren, war in Europa einzigartig; mehr als ein Drittel des Grundbesitzes lag in der Hand freier Bauern.

Axel Oxenstierna

Als Kanzler des Reiches spielte Axel Oxenstierna eine besondere Rolle. Neben dem König war er die dominierende politische Gestalt des Landes, und beide hielten ein enges Arbeitsverhältnis aufrecht. Ihre Zusammenarbeit führte zu einem stabilen Gleichgewicht, in dem sich König und Stände auf eine gemeinsame Staatspolitik verständigen konnten. Innere Reformen und eine ehrgeizige Außenpolitik schufen die Grundlage für die Stellung Schwedens als wirtschaftliche und militärische Großmacht.

Familie

Eine Liebesbeziehung mit der schwedischen Adligen Ebba Brahe scheiterte am Widerstand der Mutter des Königs. 1618 verheiratete er seine Jugendliebe mit seinem Freund und militärischen Erzieher Jakob De la Gardie. Aus einer unehelichen Beziehung ging ein Sohn hervor, den er anerkannte: Gustav Gustavson, geboren am 24. Mai 1616, gestorben am 25. Oktober 1653, Graf von Wasaborg, Sohn der Holländerin Margarethe Cabeliau. Die Affäre brachte ihm die öffentliche Verurteilung durch seinen Hofprediger Johannes Rudbeckius ein. 1618 reiste er unter dem Namen „Kapitän Gars“ nach Deutschland und ging auf Brautschau. Am 25. November 1620 heiratete er Maria Eleonora von Brandenburg. Aus der Ehe gingen Christina Augusta und Christina von Schweden hervor.

Kriege um das Baltikum

Nach dem Frieden mit Dänemark führte Gustav Adolf mit modernisierter Armee und Kriegsflotte Kriege gegen Russland und Polen. Im Ingermanländischen Krieg erlitt er bei der von ihm persönlich angeführten Belagerung von Pskow eine große Niederlage. Im Frieden von Stolbowo 1617 hielt er die früheren Eroberungen fest, so dass Russland von der Ostsee getrennt blieb. Den polnisch-schwedischen Krieg gegen den katholischen Zweig der Wasa erneuerte er und beendete ihn 1629 faktisch mit dem Waffenstillstand von Altmark. Der schwedische Herrschaftsbereich im Baltikum wurde erheblich ausgedehnt. Die Eroberung preußischer Häfen und Flüsse brachte durch Steuer- und Zollerhebung erhebliche Einnahmen für den Staatshaushalt.

Stralsund

Der Griff des kaiserlich-katholischen Lagers nach dem Norden Deutschlands bereitete ihm Sorge. Christian IV. von Dänemark unterlag 1626 in mehreren Schlachten den ligistischen und kaiserlichen Feldherrn Tilly und Wallenstein. Ein Erfolg des Kaisers war absehbar. Auch die Unterstützung des Kaisers für Sigismund III. Wasa und die Übertragung Mecklenburgs an Wallenstein samt dessen Ernennung zum General des Ozeanischen und Baltischen Meeres beunruhigten Schweden. 1628 griff Gustav Adolf an der Seite des dänischen Königs ein, als Wallenstein Stralsund belagerte. Beide sandten Soldaten in die Stadt, die unter dem Kommando von Heinrich Holk erfolgreich verteidigt wurde; Wallenstein brach die Belagerung ab. Gustav Adolf ließ sich seine Hilfe durch einen Bündnisvertrag bezahlen. Stralsund blieb zweihundert Jahre unter schwedischer Herrschaft.

Landung in Pommern

Der schwedische Reichstag erteilte am 18. Januar 1629 das Mandat zum Eingreifen. Am 6. Juli 1630 landete Gustav Adolf mit einer 13.000 Mann starken Armee in Peenemünde auf Usedom und zwang Herzog Bogislaw XIV. in eine Allianz; durch Zulauf wuchs das Heer bald auf 40.000 Kämpfer. Einen Teil der Kriegskosten wälzte er durch den Vertrag von Bärwalde auf Frankreich ab und sicherte Kardinal Richelieu Toleranz gegenüber den Katholiken Deutschlands zu. Im April 1631 eroberte er Frankfurt an der Oder im Sturm, um Tillys Armee von Magdeburg abzulenken. Tilly blieb, und Ende Mai 1631 fiel Magdeburg. Der Schock trieb die zögerlichen protestantischen Fürsten auf seine Seite: Brandenburg, Sachsen und Hessen-Kassel verbündeten sich mit ihm.

Breitenfeld

Auf dem Regensburger Kurfürstentag im Sommer 1630 war Wallenstein als Oberbefehlshaber der kaiserlich-katholischen Armee abgesetzt worden. Wenige Tage nach dem Bündnisvertrag zwischen Schweden und dem Kurfürstentum Sachsen vereinigte Gustav Adolf sein Heer mit dem sächsischen und schlug am 7. Septemberjul. / 17. September 1631greg. das Heer der Katholischen Liga unter Johann T’Serclaes von Tilly in der ersten Schlacht bei Breitenfeld vernichtend. Die schwedische Armee verband größere Feuerkraft mit Beweglichkeit und besserer Koordination von Kavallerie, Infanterie und Artillerie. Der Sieg zerschlug die kaiserliche Stellung im Norden Deutschlands. Vom 15. bis 17. Oktober 1631 eroberte Gustav Adolf Würzburg, im selben Monat besetzte er Franken. Am 23. Dezember 1631 wurde Mainz kampflos besetzt, wo er überwinterte.

Bayern und Nürnberg

Nach der Winterpause wandte sich Gustav Adolf nach Süden, um das mit den Habsburgern verbündete Kurfürstentum Bayern zu erobern. In der Schlacht bei Rain am Lech besiegte er am 14./15. April 1632 erneut das Ligaheer unter Tilly, der tödlich verwundet wurde und in Ingolstadt starb. München und Landshut ergaben sich im Juni 1632 kampflos, das umliegende Land wurde geplündert. Mit Zustimmung des bayerischen Kurfürsten Maximilian wurde Wallenstein ins Amt zurückberufen. Durch ein Heerlager für 50.000 Landsknechte bei Nürnberg zwang er die Schweden zum Rückzug aus Bayern. Von Mitte Juli bis Anfang September 1632 band er das schwedische Heer, in dessen Lager Krankheiten und Hunger herrschten. Der Ausbruchsversuch in der Schlacht an der Alten Veste am 24. Augustjul. / 3. September 1632greg. misslang.

Tod bei Lützen

Wallensteins Heer wich nach Norden aus, um Winterquartiere bei Leipzig zu suchen. Gustav Adolf folgte im Gewaltmarsch und bezog am 10. November bei Naumburg ein befestigtes Lager. Wallenstein sandte Pappenheim nach Halle und rechnete nicht mit einer Schlacht. Am 15. November verließ die schwedische Armee ihr Lager. Am Flüsschen Rippach hielt Rudolfo Colloredo mit etwa 1.200 Mann die Schweden auf und verschob die Schlacht auf den Folgetag. Am 6. Novemberjul. / 16. November 1632greg. kam es 20 Kilometer südwestlich von Leipzig zur Schlacht bei Lützen. Gustav Adolf wurde bei einem Reiterangriff getötet. Unter der Führung von Bernhard von Weimar gewannen die Schweden die Schlacht knapp. Krieg und Gesamtpolitik führte Axel Oxenstierna weiter, da die Thronfolgerin Christina noch ein Kind war.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Gustav II. AdolfVersionsgeschichteBearbeitungsstand 268284858redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Vermutlich Jacob Hoefnagelentstanden 1624Public domainQuelle