Provence
Landschaft im Südosten von Frankreich
Name aus römischer Zeit
er Name Provence geht auf die Zeit der römischen Herrschaft zurück und leitet sich vom lateinischen Wort provincia ab. Als eine der ersten und am stärksten romanisierten Regionen außerhalb des heutigen Italiens gehörte die Provence zur Provincia Narbonensis.
Griechische Gründung Massalias
Um 600 v. Chr. begann die systematische Kolonisation der Küste durch Griechen aus der kleinasiatischen Stadt Phokaia. Die unter persischem Druck stehenden Phokäer entdeckten das Hafenbecken der späteren Stadt Marseille. Nach einer Sage wählte die Tochter des Keltenkönigs Nann, Gyptis, einen griechischen Fremdling zum Mann, worauf die Stadt Massalia, das spätere Massilia, gegründet wurde. Massalia wuchs stark, trieb Handel bis nach Norddeutschland und gründete Tochterstädte wie Antipolis, Nikäa und Glanon. Die Glanzzeit fiel ins 4. Jahrhundert v. Chr. Eine keltische Invasion im späten 2. Jahrhundert v. Chr. beendete die Koexistenz von Griechen und Ureinwohnern, sodass Massalia seinen Verbündeten Rom um Hilfe bat und damit die Romanisierung begann.
Römische Provinz und Bündnis mit Massalia
Das Eindringen Roms in die Provence hatte mehrere Ursachen, darunter die Konfrontation mit Karthago in den Punischen Kriegen. Massalia bewies sich im Zweiten Punischen Krieg als treuer Bündnispartner Roms, seine Flotte besiegte die karthagische Seestreitmacht, und Hannibal musste die Stadt auf seinem Zug nach Italien umgehen. Als Massalia später selbst unter Druck geriet, rief es wiederholt Rom zur Hilfe, zuletzt 125 v. Chr., als Marcus Fulvius Flaccus im Auftrag des Senats gegen die Salluvier vorging und dabei große Teile des Landes eroberte. Zwei Jahre später wurde die Provinz Gallia ulterior eingerichtet, spätere Gallia Narbonensis, mit Aquae Sextiae und später Narbonne als Hauptstadt. Die Via Domitia verband Italien mit Spanien.
Vom Frankenreich zum Heiligen Römischen Reich
Nach fast 600 Jahren als römische Provinz wurde die Provence 470/477 von den Westgoten erobert, 507 von den Ostgoten übernommen und 536 fränkisch. Von 855 bis 879 bildete sie mit Südburgund ein eigenes karolingisches Königreich, danach bis 933 das Königreich Niederburgund. Ab 934 gehörte sie zum vereinigten Königreich Burgund, ab 1032 zum Heiligen Römischen Reich, ohne je völlig integriert zu werden. 1365 wurde Karl IV. in Arles gekrönt, obwohl die tatsächliche Macht längst bei anderen lag. Über mehrere Erbfolgen kam die Grafschaft Provence 1267 an das Haus Anjou und 1382 an das Jüngere Haus Anjou, das bis 1481 regierte.