Reichsabtei Echternach
Kloster in Luxemburg
as Kloster wurde um 697 von Willibrord und Irmina von Oeren auf deren und der Tochter Plektrudis Grund gegründet. 706 gewährte der fränkische Hausmeier Pippin II. dem Kloster Königsschutz. 785 bestätigte Karl der Große eine frühere Schenkung. 751 wurde Echternach königliche Abtei der Karolinger, 973 führte man auf Veranlassung Kaiser Ottos des Großen die Benediktinerregel ein. Im Investiturstreit standen die Äbte auf Seiten der salischen Kaiser. 1148 bestätigte Papst Eugen III. dem Abt Besitzungen, 1161 erneuerte Papst Viktor IV. diese Bestätigung. Seit 1299 waren die Äbte auch Stadtherren von Echternach. Nach einer Reform seit 1496 gewährte Papst Julius II. dem Kloster 1506 die Exemtion. Durch die Reformation gingen reiche Besitzungen in Friesland verloren, doch war die Abtei im 17. Jahrhundert noch an mehr als 125 Orten begütert.
Im Mittelalter war Echternach ein Zentrum der Buchmalerei. Zu den bekanntesten Werken zählen das Goldene Evangeliar von Echternach, der Codex Aureus Epternacensis aus dem 11. Jahrhundert, heute im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, und das Goldene Evangelienbuch Heinrichs III., der Codex Aureus Spirensis, heute in El Escorial. Ein neu herausgegebener Katalog beschreibt auf fast 800 Seiten 89 Handschriften, 154 Fragmente und 18 gedruckte Bücher aus dem 7. bis zum 17. Jahrhundert aus der Klosterbibliothek. Diese Bibliothek scheint um das Jahr 800 eine der größten des Abendlandes gewesen zu sein und zeigt irische wie südeuropäische Einflüsse. Am 9. Februar 2010 stellte die Bibliothèque nationale de Luxembourg diesen Katalog öffentlich vor, er erschien im Otto Harrassowitz Verlag in Wiesbaden in zwei Bänden.
Das Wappen der Reichsabtei Echternach zeigt den Reichsadler des Heiligen Römischen Reichs.