Rudolf I. (Pfalz)
Herzog von Oberbayern, Pfalzgraf bei Rhein
udolfs Vater war Herzog Ludwig II. von Bayern, seine Mutter dessen dritte Gattin Mathilde von Habsburg, die Tochter des römischen Königs Rudolf von Habsburg und der Erbgräfin Gertrud von Hohenberg. 1294 folgte Rudolf seinem verstorbenen Vater als Herzog von Oberbayern und Pfalzgraf bei Rhein nach.
In der Schlacht bei Göllheim 1298 kämpfte Rudolf, ebenso wie der niederbayerische Herzog Otto, auf der unterliegenden Seite seines Schwiegervaters König Adolf von Nassau, der in dieser Schlacht fiel. Bei der anschließenden Königswahl seines Onkels, des Habsburger Albrecht I., wechselte er auf dessen Seite, geriet aber wegen hausmachtspolitischen Fragen bald wieder mit ihm in Konflikt. Eine Belagerung Heidelbergs durch Albrecht im Jahr 1301 scheiterte zwar; trotzdem musste Rudolf sich ihm unterwerfen. Schon früh befand er sich im Streit mit seinem jüngeren Bruder, dem späteren Kaiser Ludwig IV., der mit Unterstützung der Habsburger und seiner Mutter 1301 seine Beteiligung an der Herrschaft erstritt. 1302 gelang den Brüdern eine Einigung mit dem oberbayerischen Adel gegen jede weitere Steuererhebung mit der Schnaitbacher Urkunde. Bei der Königswahl im Oktober 1314, die als rivalisierende Doppelwahl an zwei verschiedenen Orten in Frankfurt am Main stattfand, gab Rudolf seine Kurstimme nicht dem Bruder, sondern dem rivalisierenden Habsburger.
1317 gab Rudolf nach einer Reihe von Niederlagen in seiner aussichtslos gewordenen Lage seine Herrschaftsansprüche in Bayern und der Rheinpfalz weithin auf. Ludwig nahm auch die Rheinpfalz auf Grund des mit seinem Bruder Rudolf am 26. Februar 1317 abgeschlossenen Vertrags mit Waffengewalt in Besitz. Wo Rudolf im August 1319 fern der Heimat starb, ist nicht mit Sicherheit bekannt.
1329 gab Ludwig im Hausvertrag von Pavia die Rheinpfalz und weite Teile der nun sogenannten Oberpfalz den Nachkommen Rudolfs zurück. Dadurch spaltete sich die Dynastie der Wittelsbacher in eine ältere pfälzische und eine jüngere bayerische Linie. Letztere starb 1777 im Mannesstamm aus und wurde von den Nachfahren Rudolfs beerbt. Alle heute lebenden Wittelsbacher stammen von der Pfälzer Linie Rudolfs ab.